Full text: Themis <Göttingen> (Bd. 2 (1830))

Kritik des Entw. der Franks. Wechselordnung. 73
man die einzelnen Gesetzgebungen unter einander vergleicht,
keineswegs so einfacher. Punkt, wie man auf den ersten
Blick glauben sollte —, über den Zeitpunkt, wo der
eigentliche Wechselvertrag geschlossen erscheint,, über Valuta-
Berichtigung im Einzelnen, über die wichtige Lehre von
Anschaffung der Deckung, ergänzende Vorschriften
über Versendung der Tratten und des Avis, deren Prä-
sentation, Einzelnes über Accept, Zahlung, Giro, Protest
und Regreß, vorzüglich über Wechsel Verbürgung,
verlorene, falsche und verfälschte Wechsel, über
die Stellung des Trassanten für Rechnung eines Dritten
gegen den Acceptanten, über Collision der
Wechselgesetze und dergl. mehr; daß der Wechsest-
Pro ceß im Entwürfe so gut wie ganz verwaist geblieben
sey, wissen wir bereits. —
Sollte für Frankfurt die Bearbeitung eines Han-
delsgesetzbuches in diesem Sinne Genehmigung finden, so
ist, wenn man gebildeten und des Fachs wohlkündigen
Juristen im Vereine mit erfahrnen Kaufleuten diese Arbeit
überträgt, mit Bestimmtheit etwas Vorzügliches zu erwar-
ten, welches der Stadt nicht bloß zum Nutzen, sondern auch
zur Ehre gereichen wird.
Bei dieser Gelegenheit mag der Vorschlag der achtba-
ren Handelskammer, ein eignes Handelsgericht
für Frankfurt zu errichten 3), mit wenigen Worten
berührt werden. Der Verfasser ist zwar ein. abgesagter
Feind der SpecialGerichte, weil diese der Regel nach
die Einheit der Gesetzgebung und Rechtsprechung stören und
deren Gründung im Allgemeinen darum mit der wahren
Staatsklugheit im Widerspruche steht; es würde auch gewiß
z) Vergl> Vorbericht zum Entwürfe, S. 4. ^

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