Full text: Volume (Bd. 2 (1830))

5i2 XXI, Busch, über das Recht
fty nicht erwiesen, daß die Großmutter ihren En-
, lei von ihrem eignen Vermögen ernähret,
sondern wahrscheinlich, daß sie aus des Letzter»
Vermögen die Alimente bestritten habe.
Auf der Ausmittelung dieses Umstandes beruhete
die Entscheidung, denn derselbe bildete einen wesentli-
chen Bestandtheil desjenigen thatsachlichen Verhältnisses,
durch dessen Integrität die Vermuthung des Animus
donandi bedingt ist. Da' es sonach zweifelhaft war,
aus wessen Vermögen die Großmutter die Alimente be-
stritten hatten, so urthcilte Paulus sehr richtig: haec
disceptatio in facto constitit, — denn wie sonnte von
einer Schenkung der Alimentation die Rede seyn, wenn
die Großmutter dieselbe aus fremden Mitteln
bestritten, und dadurch stillschweigend, aber deut-
lich den Animus repetendi zu' erkennen gegeben
hatte? — Mit Recht spricht sich Paulus, ohne
von den Erben der Großmutter einen
Beweis des Animus repetendi z u ver-
langen, weiter dahin aus:
Igitur in re facti faciüus putaho, aviam vel
heredes ejus audiendos, si reputare velint ali-
menta.
Denn der Umstand: daß die Großmutter die Alimente
aus eignem Vermögen bestritten habe, war faetischer
Natur und ein wesentlicher Bestandtheil desjenigen that-
sachlichen Verhältnisses, von dessen Existenz die Gesetze
die Vermuthung des Animus donandi abhängig ma-
chen.

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