Full text: Volume (Bd. 2 (1830))

418 XVII. Becker, über die Befugnisse d. Gerichte
„abhängig, daß der Curandus seinen Angelegenheiten
„auf eine genügende Weise selbst vorzustehen unfähig ist,
L, 12, pr. de tutoribus et curatoribus datis,
„und zwar wegen eines Mangels in seiner persönlichen
„Beschaffenheit. Zugleich aber sind die persönlichen Zu-
„siände, in deren Folge Jemand für unfähig zu achten
„ist, gesetzlich bestimmt. Sie sind, außer dem min-
derjährigen Alter, Wahnsinn, Blödsinn, Prodiga-
j,lität, Gebrechlichkeit und langwierige Krankheit.
Tit. I. de. curatoribus.
/.Indessen angenommen auch, die Lbrigkeit sey bei An-
„wendung der Curatel an diese in den Gesetzen speciell
„bezeichnetenVoraussetzungen nicht schlechterdings gebun-
„den, sonderndes sey vielmehr in jedem einzelnen ver-
kommenden Falle ihrer Beurtheilung überlassen, zu
„entscheiden, ob der vorhandene Mangel das Bedürf-
„niß einer Curatel in der That begründe, oder Nicht —
„immer bleibt das Erforderniß einer mangelhaften per-
„sönlichen Beschaffenheit des Curanden. Und ferner, da
„selbst in Fällen, die das Gesetz ausdrücklich als solche
„bezeichnet, welche für die Anordnung einer Curatel
„geeignet sind, eine vorgängige Untersuchung noth-
„wendig ist;
L.-6» de curatoribus furioso etc.
„so darf diese gewiß noch viel weniger unterbleiben, wo
„es an einem in den Gesetzen ausdrücklich anerkannten
„Grunde fehlt. In dem vorliegenden Falle hat nun aber
„der Beklagte in seinem Gesuche um Bestellung eines
„Curators durchaus keinen Grund angeführt, weßhalb
„er unfähig sey, für seine Angelegenheiten selbst zu
„sorgen; und eben sowenig hat über seine Fähigkeit

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