Full text: Volume (Bd. 2 (1830))

von den stillen Gesellschaften. 277
Zn der Französischen Praxis hat sich für die
Beuctheilung dieses Falles bisher noch kein Princip fl-
xirt; vielmehr steht der CaffationSHof mit einigen Ge-
richten des Reiches in directem Widerspruche. Durch
ein Urtheil vom i4. Februar ,807 entschied das Appel-
lationsGerichtvon Rouen unsere oben ausgestellte Frage
affirmativ. Die Sentenz ward jedoch den i4. Ja-
nuar 1810. cassir t, — weil die gezogenen Vortheile
als schon in das Eigcnthum des Commanditistcn über-
gegangen zu achten seyen, — weil der Commanditist
seinem Verhältnisse zur Gesellschaft nach nicht mehr ein-
zubüßen brauche, als was ergrabe eingeschossen
hatte, — weil dadurch, daß man den einmal bezogenen
Gewinn wieder einschießen müßte, mancher Capitalist
von der CommanditeGeftllschast würde abgeschreckt
werden, indem er vielleicht erst nach zehn Jahren Et-
was zurückgeben müßte, was er bereits zu seinem tägli-
chen Bedürfnisse aufgewandt hatte *).
Das AppellationsGericht von Paris, welchem die
Sache darauf zu einem neuen Spruche zugewicsen ward,
entschied dieselbe nichtsdestoweniger unterm 11. Februar
1811. ganz wie dasjenige von Rouen, — weil die
jährliche Dividende rein eventuell fey, —■ weil sie nur
nach dem jedesmaligen augenblicklichen Stande der Ge-
schäfte bestimmt werde, weil ohne Abzug der, vielleicht
ungewissen, Schulden kein Gewinn, mithin auch keine
wahre Theilung desselben gedacht werden könne, —
*) Dieselben Motive waren schon im SLaatsrathe bei der Ab-
fassung des Handelsgesetzbuchs durch ein Votum entwickelt
worden.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer