Full text: Volume (Bd. 2 (1830))

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deS Dolus civilis VOM Dolus criminalis. 283
daß beide Begriffe für einander gebraucht w erden, z. B. in
L, 5. §» 2. D. dte auct. et cons. tut. (XX Vf, g.). Die
hier erwähnte mala fides des Bormundes, welcher Mün-
delgüter seines Bortheils halber kaust, ist zugleich wahrer
Dolus, nämlich wissentlich nicht auf dem rechten Wege
geschehnde Erwerbung von Vortheilen *).
Wenden wir uns nun aber zum CriminaldoluS; so be-
darf es kaum eines Wortes, um zu zeigen, daß diese Be-
ziehung auf die Fides des CivilRechts ihm durchaus fremd
ist. Fides fetzt allemal ein obligatorisches Berhältniß und
die Richtung auf das Eigenthum voraus. Schon dieß aber
rst wie wir oben sahen, dem Criminaldolus ganz und gar
fremd. Es steht aber auch ferner keinesweges bona fides
im civilrechtlichen Sinne demselben gegenüber; denn selbst die
allgemeine Unschuld oder Rechtlichkeit auf Seiten des durchs
Verbrechen Verletzten (wenn man'nun durchaus einen analogen
Begriff haben wollte) kommt gar nicht in Rücksicht bei Be-
stimmung des Wesens der Verbrechen. Auf der andern
Seite ist auch das Wissen des Verbrecherischen, das im cri-
minellen Dolus enthalten ist, gar nicht mit der Seientia do-
minii alieni drs CivilRechts, welche viel concreter und be-
schränkter ist, zu vergleichen. Ja selbst beim Verbrechen
der Fälschung wird nicht die von einer bestimmten Person in
einem besündern Rechtsfall zu erwartende Fides verletzt, son-
*) Die Natur der Dolus als Verletzung der Fides ist besonders
auch nachgewiesen in meinen „Doctrinae juris civilis Romani
tle culpa prima lineamenta, Gott 1822. p* 7. 15." — LaU
, culpa gehört insofern zum Dolus, als auch sie „non salva
fiele" geschieht; vom Dolus Im strengem Sinne unterscheidet
sie sich aber dadurch, daß dieser immer „fidem rnmpat", oder
eine eigentliche mal» üdes enthält. ElverS.

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