Full text: Volume (Bd. 2 (1830))

de- Dolus civilis V0M Dolus criminalis, 277
Falle, in denen der Civildolus vor, wahrend und
nach Begründung des Rechtsgeschäftes Statt findet, ent-
halten L. 30. pr. D. ad SC. Vellejan. (XVI, 1.),
Xi 21. D. de dolo malo (IV, 3 ), L 15. pr. D. eod.
Der wissentliche Vorsatz ein Verbrechen zu begehen (Dolus
crirn.) hingegen ist, seiner Natur nach, stets ein Ante*
cedens und der erste, ideelle Keim des Deliktes.
' 6) Dolus civ, unterscheidet sich sodann vomDolus
crim. dadurch, daß seine beabsichtigten nacktheiligen Folgen
in der Regel keine Wirkung haben, vielmehr selbst der
daraus bereits erwachsene Schaden gesetzlich annullirt
wird, dahingegen die verderbliche Folge des Criminadolus,
das begangene, subjectio und objectiv vollendete Verbrechen
nie wieder aufgehoben oder gut gemacht werden
kann. .
Jene Annullirung des aus dem Civildolus verwach-
senden Schadens geschah bei den Römern durch in inte-
grum restitutio bei allen strengen Rechtshandeln (Nego-
tia stricti juris) in Folge einer rescissorischen Klage oder
der Actio dedolo (L. 1. s<jq. D. de dolo .malo.). Die '
Negotia bonae fidei aber, zu Heren Eingehung der Dolus
des Contrahente» Veranlassung geworden war, wurden nach
vorgängiger Anstellung der Hauptklage oder der Actio de dolo
ebenfalls für nichtig erklärt (X,. 7. pr, D.de dolo m.). Das
durch Dolus bereits Verlorne konnte durch Condictio cerri
ex numeratione zurückgefordert werden (X,. 9. pr. L. 18.
pr. D, de rebus cred. (XII, 1.). Im Fall der Dolus ge-
genseitig statt fand oder Veranlassung zu einer Societas oder
zu einer vormundschaftlichen Auctoritas wurde, war das Ge-
schäft ipso jure null und nichtig (X,. 36. D. de dolo ni.
X« 57. • §. 3, D. de contrab. emt. (XVIII, 1.), L. 3.

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