Full text: Volume (Bd. 2 (1830))

250 VIII. Kämmerer, i‘i6t das Recht des Vaters,

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Gegen das angebliche Recht des Stuprators streitet
über noch obendrein ein sehr wichtiges politisches Bedenken.
etwa die Exceptio pluvium concumbentium hätte vorgeschützt
werden können? Ist hier-etwa der Vater mit größerer Gewiß-
heit auszumitteln? — Davon jedoch abgesehen, so stehen auch
mit Faber's Behauptung die ausdrücklichen Worte des Ju-
risten Paulus in Er. 14. Z. 2. D. de riiu nupt. (XX! II, 5.)
in directem Widerspruch. Hier heißt es nämlich: äeviles quo-
que cognationes hoc jure observandae sunt. Igitur suam ma-
trem manumissus non ducet uxorem* Tandundem juris est;
/ et in sorore el sororis filia. Idem e contrario dicendum est,
ut pater filiam non possit ducere f si ex servitute manumissi
sint, etsi dubitetur, patrem eum esse. Unde nec vulgo
quaesitam filiam pater naturalis potest ux orem
ducere, quoniam in contrahendis matrimoniis naturale jus
et pudor inspiciendus est: contra pudorem est autem, fili-
am uxorem suam ducere. Um daher den aus dieser Stelle
herzunehmenden Einwand auf die bequemste Weise zu beseitigen,
erklärt er den ganzen. Satz: Uude nee vulgo quaesimm
filiam pater naturalis potest uxorem ducere, für das Glossem
eines unwissenden Abschreibers, welches aus dem Texte zu wer-
fen sey, und glaubt diese gewaltsame Kritik, durch die drei
Gründe unterstützen zu können, a) weil bei einer Vulgo quae-
sita deren Vater, wie gesagt, ganz unmöglich nachgewiesen wer-
den könne, b) weil der Ausdruck: Vulgo quaesitam filiam,
gar nicht auf den Mann oder Vater, sondern nur auf das
Weib passe, und endlich c)weil das bei Paulus vorkommende
Wort naturalis (pater) in der hier geltenden Bedeutung erst
unter dem Kaiser Constantin in Gebrauch gekommen sey,
wie Justini an selbst in NoV. 89. Praef. berichte. — Allein
alles dieses beweist durchaus nichts. Denn Faber hat bei
seiner weitläufigen Deduction ganz und gar übersehen, daß

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