Full text: Volume (Bd. 2 (1830))

240 VIII. Kämmerer, über das Recht des Vaters,
und Entscheidungen, welche meistens nur von Sächsischen '
Gerichten und Rechtsgelehrten herrühren 59), ftd) vielleicht
sine feste Praxis für Sachsen, aber nach der Natur des
Gerichtsgcbrauchcss unmöglich für andre Länder, be-
gründen läßt. Ob nun insbesondere, worauf doch hier al-
les ankommt, dieselbe 'Kraxis auch in Mecklenburg Statt
findet, das ist aus' öffentlich bekannt gemachten Entschei-
dungen bis jetzt nicht zu unserer Kunde gekommen, und
müssen wir auch schon um deswillen in Zweifel ziehen, weil
des Kindes selbst zu besorgen. — Außerdem aber muß ich noch
: hinzufögcn, daß einige von den vorhergedachren Rechtslehrern
selbst» namentlich Leyser, dem wörtlich Püttmann und
Paalzow gefolgt sind, eine sehr wichtige Ausnahme gemacht
habe», die im täglichen Leben am Häufigsten vorkommt, und
dabei fast immer übersehen wird. Ich theile daher Leyscr's
Worte, well sein Ansehn unter den Praktikern noch immer sehr
bedeutend ist, vollständig mit. Er sagt: kuerper» patrem .in-
fnntis sui ex. stupro uaü ad alimenta sibi pro eo praestanda
cogere nequit, 'siquidem liic ipse infantem educare et alere
paratus est; judex tamen, si animadvertit, infantem magis
apud matrem, quam apud patrem, morari debere, aliud de-
cernere et matri infantem relinquere, patrem vero ad ali-
menta praestanda damnare potest, ex justissima scilicet causa,
secundum L» 1. §, 3> D. de lib. exii, qualis est, cum
patet recusavit partum agnoscere atque invi-
tus ad eum agnoscendum-damnatus' fuit. Adde
Ia. 3» §. 5» Di de lib. exh#
59) Unter den in der vorigen Note angeführten Rechtslehrern
finden sich freilich auch Einige, welche den Sachsen keines-
weges Lekgezählt werden können; allein jene berufen sich doch
, durchgehends auf die Auctorität Sächsischer RechtsLehrer.
60) S. v. WeningZngen heinr's CrvilRecht, B. I. §. 16.

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