Full text: Volume (Bd. 2 (1830))

das uneheliche Kind bei sich zu ernähren. 237
mentiren will; so ist es gewiß richtiger, umgekehrt zu fra-
gen: In welchem Gesetze steht denn verordnet, daß auch
dem Stuprator, als Vater des unehelichen Kindes, überall
die Erziehung anzuvertrauen sey?^ Oder, daß er dieses als
Recht pratendiren könne? Es bedarf jedoch einer solchen Argu-
mentation hier nicht im Geringsten; denn wo hat man es
je behaupten gehört, daß auch jede rechtliche Wirkung
welche schon an und für sich nothwendig aus der Vorschrift
eines Gesetzes folgt, stets mit ausdrücklichen Worten sanc-
tionirt werden müsse ? Ohnehin aber heißt es in den Pan-
derten V) deutlich genug r
Lex naturae hoc est, ut, qui nascitur sine
legitimo matrimonio, matrem sequatur, nisi
lex specialis aliud inducit,
Einer Stelle, deren heutige Anwendbarkeit bis jetzt noch von
Keinem bestritten worden ist. Kann aber wohl etwas klarer
seyn, als dieses? Ist darin nicht das ausschließliche Recht
der Mutter anerkannt, oder folgt eS nicht nothwendig dar-
aus? Und wo ist die I-ex specialis, welche dem Stu-
prator ein gleiches Recht zugetheilt hatte? In der Vor-
schrift, welche ihm in neuern Zeiten die Pflicht zu alimen-
tiren aufgelegt hat, kann sie, nach obigen Bemerkungen,
nicht mitenthalten seyn. Offenbar ist also dieser zweite Ge-
gengrund eben so unbeweisend, als er nicht minder dem
Gesetze zuwiderläuft.
55) Ln Fr, 24. D. de statu Iiomin. (s, 5.). S. oben Not. z8.
Mit vollem Recht finden hier die Worte des Kaisers Con-
stantinus in 6. 4. 6. Commun. utritisq. jud. (llf, 38.)
ihre Anwendung, wenn er sagt! Qui* enim ferat, liberos «
parentibus —; segregavi?
Xbcnti«. B ll, «£ft. 2.

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