Full text: Volume (Bd. 2 (1830))

Kritik des Entw. der Franks. Wechselordnung. 9
2) Daß alle Geschäfte, die vor gehöriger Widerrufung
einer'Vollmacht mit dem Bevollmächtigten geschlossen wer-
den, bei voller Kraft bleiben, ist wahr, allein der Ausdruck
„vor deren Widerruf" nicht ganz scharf; richtiger halt man
mit Materialien §. 12. den Wag des Börsen-
Anschlags für die feste Norm. — Mit dem Verfasser
werden Biele sehr bedauern, daß die sich hier darbietende
schickliche Gelegenheit, die mancherlei Lücken der Frank-
furter Reformation *) in ihren Vorschriften über
Gesellschaftshandlungen zeitgemäß auszufüllen, sehr
unvollständig benutzt worden ist, da gleichwohl diese Lehre
eine der wichtigsten im ganzen Handlungsrechte ist.
§. 12.
Fortsetzung.
Daß der Prokurist, wenn er ohne gehörige Vollmacht
zeichnet, persönlich ebenso stark verpflichtet werde, wie eS
der Principal geworden wäre, wenn jene, vorlag, nament-
lich also für den Fall eines ohne oder gegen jene ertheilten
WechselAccepts persönlich nach Wechselrecht hafte, ist
zwar auch sonsthin zuweilen positiv vorgeschrieben *), allein
der Theorie nach durchaus nickt gut zu heißen. Unterläßt
der Vorzeiger eines Wechsels die Vorsicht, den Handlungs-
diener u. s. w. nach , der Procura zu fragen; so muß er
augenscheinlich den aus seiner Nachlässigkeit entspringenden
Schaden allein tragen; denn wenn einem Dritten die Ge-
schaftsverhältnisse eines Hauses, mit dem er zu thun hat,
nicht genau genug bekannt sind; so fordert schon die ge-
1) In Th. II, Tit. XXIII.
1) HandclZr. II. §, 335>

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