Full text: Volume (Bd. 2 (1830))

Locus regit actum. 97
stehen die Gesetze eines Staates zu den Gesetzen eines
andern Staates?
Zur Auflösung dieser Aufgabe bieten sich zwei
Grundsätze dar, welche, obwohl mit einander in Wider-
spruch, dennoch mit gleich gutem Rechte vertheidigt wer-
den können. — DerStaatsverein ist sowohl ein persön-
licher als, voraussetzungsweise, h. r. wenn sich dieBölkep
den Erdboden, ein jedes einen Theil des Erdbodens, zu»
geeignet haben, ein dinglicher Verein. Er hat die er-
st er e Eigenschaft, weil und inwiefern er in der Zeit ein
bleibender Verein ist, also in Beziehung auf diejenigen,-
welche sich für ihre Person der Gewalt eines bestimmten
Staatsherrschers auf die Dauer (als Subditf perpetui)
unterworfen haben. Er hat die letztere Eigenschaft, weil
und inwiefern er im Raume ein bleibender Verein ist,
also in Beziehung auf alle die, welche sich, wenn auch nur
vorübergehend, (nur als Subditi temporarii) in dem
Staatsgebiete aufhalten, sowie in Beziehung auf alle die,
welche, wenn auch Ausländer, Güter im Staatsgebiethe be-
sitzen. (Üuicquid est in territorio, est de territorio).
Ebenso kommt dem Staatsherrscher eine doppelte Eigenschaft
zu; er ist Oberherr des Volkes, er ist Landesherr,
In der einen und in der andern Eigenschaft aber ist das
Oberhaupt des Staates zu einer unbedingten Herrschaft,
zur Alleinherrschaft berechtigt. Denn die wirklichen Staaten
sind und sollen Nachbilder der Idee des Staates sey».
Sowie nun dem Staatsherrscher in der Idee eine Gewalt,
d. i. ein unbedingtes Herrscherrecht zukommt, welches die
gesammte Menschheit umfaßt, den gesammten Erdboden
gleichsam erfüllt, so ist auch den Beherrschern der wirklichen
Staaten dieses doppelte Herrscherxecht, wenn auch einem
Themis. B- u. Hst- 1. 7

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