Full text: Volume (Bd. 2 (1830))

96 III- Zachariä, über die RechlSregel:
Bei der Erörterung dieser Regel braucht die (schon an-
gedcutete) Verschiedenheit der Fälle, daß die Regel entwe-
der auf die Verschiedenheit'der Landrechte oder auf die Ver-
schiedenheit der Ortsrechte in einem und demselben Lande
bezogen werden kann, weiter nicht in Betrachtung genom-
men zu werden. Wenn ein Ort oder ein Bezirk des Lan-
des sein besonderes Recht hat; so ist er in Beziehung auf
die Gesetzgebung gleich als ein für sich bestehendes Staats-
gebiet zu betrachten. Um jedoch den Vortrag abzukürzen,
wird die folgende Ausführung immer den Fall unterstellen,
da die Förmlichkeit einer Rechtshandlung in einem andern
Lande als in dem, in welchem sie vorgenommen worden ist,
zur Sprache kommt. •'
Die aufgestellte Regel sagt nun, daß eine Rechtshand«
lung, welche nach dem Rechte des Orts, ubi res acta est,
eine förmliche Handlung ist, diese Eigenschaft an einem
jeden Orte habe; nicht aber, daß ihr allein unter. dieser
Bedingung die Eigenschaft einer förmlichen Handlung zu-
komme. Sie sagt also z. B. nicht, daß ein Testament,
welches von einem Badner im Auslande nach dem Baden-
schen Landrechte oder von einem Ausländer in Baden nach
dem Rechte seines Landes errichtet.worden sey, nicht für
ein förmliches Testament errichtet werden könne. Jedoch
auch auf den Satz: Nonnisi jus loci regit actum,
wird sich die folgende Ausführung erstrecken.
§. 2.
Weurtheilung der Regel nach dem allgemeinen Staats- nnd BLlker-
rechte. >
Die Aufgabe: Ln locus regat actum, ist unter
den allgemeineren Begriffen: In welchem Verhältnisse

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