Full text: Themis <Göttingen> (Bd. 1 (1828))

76 -IV. Elvers, über die Begründung
. / i
ses erkennen die Römischen Juristen vollkommen an.
So sagt die I. 40. D. Ad leg. Aquil. (9, 2.) :
Adversus periculum naturalis ratio permittit se
defendere44; 1. 45, §. 4. D. e. t.: „Oui, cum
aliter tueri se non possunt*, damni culpam de-
derint, innoxi sunt44; 1. 14. D. De praescrip-
tis verbis (19; 5.): „Qui servandarum mercium
suarum' causa alienas merces *in mare projecit,
nulla tenetur actione; sed.si sine causa id fe-
cisset, in factum.44 -
Aber, wird man einwenben, wohin führt dieses!
Welche Rechtsunsicherheit muß entstehen, wenn jeder,
.der sich in seinem Vermögen bedroht glaubt, mit
factischen Vorkchrungsmaßregeln und selbst mit Ver-
letzung des strengen Rechts anderer einschreiten darf!
Das Römische Recht sagt z^. B. (1. 25. D. De
damno infecto, 39, 2.): „Etiam eum accipere
damnum, cujus aedium luminibus officiatur.44
Darf also der eine Nachbar den andern, der durch
seinen Bau ihm Licht und Aussicht nimmt, daran
nöthigenfalls mit Gewalt verhindern? Das Römische
-Recht sagt ferner (1. 2, §- 11. D. Ne quid in
loco publico 43, 8.)r „Damnum patitur, qui
, commodum amittit.44 Darf also jeder, der sich ir-
gend eines Vortheiles beraubt sieht, z. B. des schö-
nen Wassers, das er, seither auf seinem Hofe hatte,
und das ihm nun durch den vom Nachbarn beabsich-
tigten Brunnen hockst wahrscheinlich entzogen werden
wird, diesem Via facti Vorbeugen? — Unstreitig
nein! Aber es ist auch nöthig hier einige wesentliche
Verschiedenheiten bemerklich zu machen, die nur zu

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