Full text: Themis <Göttingen> (Bd. 1 (1828))

numeres practisches ober wissenschaftliches Interesse
gewährt; das Longobardische Lehnrecht; das See-
und Handelsrecht, und dieses selbst dann nicht, wenn
es mit fremden Rechten unmittelbar zusammenhängt.
6. Einzelne Gegenden und Städre sind noch
vorzüglich reich an Rcchtsgewohnheiten, Gerichtsver-
fassungen und andern Einrichtungen, die ihrem Ur-
sprünge nach einer frühem Vorzeit angehören und
theils für ihre eigne gegenwärtige Rechtspflege, theils
für die Erläuterung alter, auch in andern Gegenden
vollständig, oder in einzelnen Ueberresten noch vor-
handener Institute sehr wichtig sind. Die Aufzeich-
nung und Mirtheilung solcher Rcchtsgewohnheiten und
Rechtsbildungen würden von großem Nutzen seyn,
selbst wenn auch aus Mangel an Zeit oder an ge-
lehrten Hülfsmitteln eine historische Erläuterung nicht
hinzugefügt werden könnte. Nur wäre möglichste Ge-
nauigkeit in der Auffassung und Darstellung noth-
wendig; so daß selbst das, was etwa als Mißbrauch
erscheinen möchte, nicht zu übergehen wäre.
7. Mittheilungen über neuere oder ältere Lan-
desgesetzgebungen , Negierungsausschreiben u. s. w.,
wodurch die Kenntniß des bestehenden Rechtes erwei-
tert, und zweckmäßige Einrichtungen und Anordnun-
gen Eines Landes auch in andern Landern zur Ver-
gleichung und Nachahmung bekannt würden, werden
ebenfalls gern gesehen, mag nun ihr Inhalt blos rc-
ferirend seyn, öder auch eine bescheidne und umsich-
tt'ge Critik enthalten. Dadurch würden solche den
bürgerlichen Rechtszustand betreffende Verfügungen
einer heilsamen größern Ocffentlichkeit und einer wis-
senschaftlichen Beurtheilung anheimfallen.
8. Beittage zu einer kritischen Würdigung un-
sers ganzen jetzt bestehenden bürgerlichen Rechtszustan-

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