Full text: Volume (Bd. 1 (1828))

der unbedingten Einsegnung der gemischten Ehe. 49
nun, aus welcher Ursach es wolle, katholisch wurde,
er eine Art von Deduktion und Schuhschrist ausge-
hen ,. und die angeblichen Gründe seiner Religionsän-
derung darlegen ließ, um wenigstens die Schmach
von sich abzuwenden, daß er Gott und sein-Gewis-
sen' verkauft habe. — Eben so handelten die
Herrn bei der Vermählung ihrer Princeffinnen an
katholische Fürsten. — Darüber sind wir nun, ge-
dankt seys der philosophischen Aufklärung unsers ster-
nenhellen, leichtsinnigen und leichtfertigen Jahrhun-
derts hinaus! Keinem evangelischen Fürsten unserer
Zeit wird so leicht mehr einfallen, über die nur un-
ter der Bedingung der Religionsveranderung mögliche
Vermählung seiner Tochter an einen Monarchen, wenns
auch der Sohn des GroßSultans AbdulHawids wäre,
Geistliche oder Weltliche um Rath zu fragen, und
wenn er sie fragte, würde er unter Geistlichen und
Weltlichen eitel gefällige Jaherrn finden. — Indes-
sen bleibts doch als gut zu wissen, wie es ehemals
war, wenns gleich nicht mehr so ist."
Im Anfang des vorigen Jahrhunderts suchte der
Wiener E Hof für den. zum König von Spanien, er-
nannten zweiten Prinzen Kaiser Leopolds, den nach-
herigen Kaiser Karl.den Sechsten, eine Gemahlin
unter den protestantischen Princeffinnen. Da.der Uc-
bertritt zur katholischen Kirche die erste" unerläßliche
Bedingung war, so ward das Geschäft einem Jesui-
ten , dem Pater P l o e k n e r aufgctragen. Zuerst
machte man der Princcssin Carolina von Br an,
denburg-Anspach, in der Folge Gemahlin Georgs
des Ersten den Antrag, der aber von ihr zurückgc-
Thcmi» Hst. I. 4

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