Full text: Volume (Bd. 1 (1828))

des. in Dänen»., Norw. u. Schlesw. Holst. 479
Juristen keine genügende Auskunft erhält, sondern
nicht selten die Antwort hört: die Sache ist nicht bei
Gericht vorgekommen, sie wird immer ex aequo et
fcono entschieden.
In einer Gegend unserer Hcrzogthümer, nämlich in
Ditmarschen findet aber doch eine zweckmäßigere
Bergleichseinrichtung Statt, und mir dieser erfreuli-
cheren Betrachtung mag diese Abhandlung geschlossen
werden. Die oben angeführte JustizVerordnung v. 6.
Nov. 1782. §. 4. enthält folgende Bestimmungen:
Die Kirchspielvögte (welche im Ditmarschen auch
Gemeindebeamte sind, und im Landgerichte nur als
Beisitzer richterliche Geschäfte haben) sollen als Ber-
gleichsbehörden einen bestimmten Tag in der Woche zu
Bergleichsversuchen festsetzen. Ihr Verfahren ist rein
vermittelnd, indem es ausdrücklich vorgcschrieben ist,
daß sie keine Entscheidung geben, sondern lediglich in
den Schranken einer gütlichen Vermittelung bleiben sol-
len. Sie haben über die Vergleichshandlungen ein
kurzes Protocoll zu führen; Verabredungen und geschlos-
sene Berglciche werden hierin geschrieben, den Partheyen
vorgelesen, und von ihnen unterschrieben. Advoca-
ten werden nicht zugelassen. Bleibt eine Parthey aus,
ohne sich bei dem Kirchspielvogt zu entschuldigen, so ist
dieß als eine stillschweigende Erklärung, daß sie sich
nicht vergleichen wolle, anzusehen; sie muß aber der
erschienenen die gerichtlich zu bestimmenden Ungehor-
samskosten erstatten. Ist der Kirchspielvogt des Drts
bei der Sache intcrcssirt, oder dem einen Thcil ver-
wandt, oder hat eine Parthey sonst gültige Ursache, ihn
abzulehnen, sockst auf ihr Verlangen ein anderer von

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer