Full text: Volume (Bd. 1 (1828))

36' ll. ElverS, über die Verweigerung ..
nun gleich darin allerdings ein wesentlicher Unterschied
zwischen dem katholischen und protestantischen Ehe-
rechte; so betrachtet doch auch die katholische Kirche
jene Benediction als mit der, daS EheSacrament
begründenden Erklärung genau zusammenhängend; so
daß der Priester, der zum Anhören dieser Erklärung
zugerogen wird, sich zugleich auch nur als segnend,
und das Sacrament der Ehe gewissermaßen ertheilend,
gegenwärtig denken kann, und beide Acte nicht will-
kührlich trennen darf, weshalb denn auch in der ka-
' tholischen Kirche, wie in der protestantischen von
Trauung gesprochen wird. Hieraus möchte hervorge-
hen, daß der Staat nicht die Gegenwart des Prie-
sters in solchen Fällen fordern darf, wo dieser nach
den Grundsätzen seiner Kirche den Segen nicht erthei-
len kann; wenn gleich da, wo er nur gegen die
Einsegnung, nicht gegen die Ehe < selbst Einwendun-
gen machen .kann, der Staat die Ertheilung von
Dimifforialen von ihm fordern, oder nöthigenfalls
selbst suppliren, und z. B. bei gemischten Ehen den
protestantischen Pfarrer der Theorie und Praxis nach
zur Copulation autorisiren kann, die auch vom der
katholischen Kirche im Allgemeinen als gültig angese-
hen wird. — Es fragt sich nun aber, ob auf diese
Weise die ganze Lehre von der katholischen Einseg-
nung gemischter Ehen nicht ihre praktische Bedeutung
verliert, und überall die Einsegnung solcher Ehey,
' . \
tar, die Erklärung anhören mußte, die Ehe als an sich
gültig vorhanden angesehen, ward., wenn gleich Bestra-
fung der Ehegatten eintrat» •

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