Full text: Volume (Bd. 1 (1828))

374 XIV. Elvrrs, Mttchcilungeu
Kehren wir nun zu unserm Falle zurück, sd fra-
gen wir zunächst, ob D. sich mit Verletzung allge-
meiner gesellschaftlichen Pflichten eine Ehrenkränkung
gegen die E. hat zu Schulden kommen, lassen?
Es mußte D. als vernünftiger Mann sich selbst
sagen, daß sein Vornehmen, eine ihm fremde Dame
in größerer Gesellschaft zu veranlassen, ihren vorzüg-
lichem Sitz in der ersten Reihe in Folge einer an sie
yffenkundig ergangenen Aufforderung zu verlassen und
einen Platz in der zweiten Reihe einzünehmen, an sich
für die Ehre derselben gefährlich war. Dieß mußte
ihm um so mehr einleuchten, da bereits drei Perso-
nen, an die er sich deshalb gewandt, ihm ihre Mit-
hülfe versagt hatten. Auch war sein Unternehmen
unter den obwaltenden besonbern Umständen für die
Ehre der E. um so gefahrvoller, da, wenn auf stren-
gen Rang gesehen werden sollte, ein Sitz in der
ersten Reihe ihr wohl nicht zukam, jede Dcmüthi-
gung aber ihr als der Fremden in der Gesellschaft
doppelt schmerzlich fallen mußte, und in dxn Augen
Dritter endlich ein absichtlich kränkendes Verfahren
von Seiten des D. um so leichter vermuthct werden
konnte, als es wenigstens den Mitgliedern der ge-
schlossenen Gesellschaft bekannt war, wie grade Er
auf die Ausschließung aller Fremden angetragen'
hatte. Aus, der andern Seite berechtigte und ver-
pflichtete ihn aber sein Amt als Vorstand der Gesell-
schaft, die E. zur Veränderung ihres Sitzes zu ver-
mögen, sobald sie an ihrem seitherigen Platze die
Künstler in ihren Leistungen irgend gcnirte. Freilich
durfte er bei der Ausführung dieser Maßregel die

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