Full text: Themis <Göttingen> (Bd. 1 (1828))

d.'Sachsenspiegels u. d. Sachs. Constitutkonen. 335
als JnterpretationsMittel subsidiarische Kraft beilege.
Da sich ,indeß entgegensetzen läßt: daß die KurSach-
sischen Constitutionen im Ganzen in Entscheidungen
zweifelhafter Rechtsfragen, welche das gemeine Recht
oder der Sachsenspiegel zurückgelassen hat, bestehen
und nach der angeführten CanzleyLrdnung auch da,
wo das Sachsenrecht und Eisenachische Gesetze nichts
disponirt haben, zur Anwendung kommen- sollen,
überdicß zu damaliger Zeit, wo die gesetzgebenden
Gewalten für privatrechtliche Verhältnisse nicht sehr
thätig waren, in den Landen Sächsischen Rechts
mehrere andere KurSachsische Gesetze, insbesondere '
die alte Sächsische ProceßOrdnung v. I. 1622 re-
cipirt worden sind, ohne (wie dieß ja auch mit den
angenommenen fremden Rechten der Fall ist) förmlich
publi.cirt worden zu - scyn, ja ohne daß man selbst
Gesetze über deren Recepti/n nachzuweisen vermöchte,
so wäre es wenigstens gar sehr zu wünschen, -daß
dieser Gegenstand, so wie durch das oben unter A:
erwähnte Gothaische Patent geschehen ist, durch ein
neues Gesetz außer Zweifel gesetzt würde 12).
C. Die KurSächsi'schcn Constitutionen (nebst
den bis zum 11. April 1(>07 ergangenen KurSachsi-
schen Gesetzen), so weit sie ConsistorialSachen betreff
fen, sind in den Landen- der Herzogs. Sächsischen

12) Sie Gültigkeit der KurSächs. .Constitutionen und De-
cisionen vom Jahr Idbl für Eisenach nimmt auch an
ThuiSkon Friedr. Sachse, Handbuch des Großher-
zogl. Sächsisch. Privatrechts. Weimar, 1824. §, 111.
vergl. mit §. 89. ' .

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