Full text: Volume (Bd. 1 (1828))

1Z I. Mitteniiaier, über die rcligiö se Erziehung
schrift- rhiek'also ein Ehegatte de« Vertrag nicht hals
ten will-': und es muß dann dis Art des Zwanges
erwogen.'? werden,} welcher rechtlich dem Staate im
Falle der Uebcrtrctung zusteht, um seinem - Gebote
Nachdruck zu geben. .Wenn nun im Ehevertrage er-
klärt-ist, daß die Töchter in der Confeffion-der Mut--
ter, also z. B. in der katholischen Religion erzogen
werden sollen, und der protestantische Vater das Kind'
doch in die protestantische Schule schickt >oder'dem
Kinde überhaupt häuslichen Unterricht geben läßt,'
oder selbst gibt, und nicht das Abendmahl nach ka-'
tholischem Ritus empfangen läßt', und- wenn- die
Mutter dann bei der Mbn'gkcit' klagt >' so stage' man'
sich nur, um den - Ausgang eines? solchen Processes.
Ein Urtheil auf dem Papiere mit dem Gerichtssiegel
in aller Form, das dem Vater austragt , die Tochter
katholisch erziehen zu lasse»-,-- wird -man"freilich leicht
erwirken.könucn; allein wie steht es den» um den
juristischen Zwang,.welcher dies Urtheil vollstrecken -
soll ? Soll das Gericht das Kind mit GenSdarmes
in die katholische Schule schicken?- Soll nun das
Kind, bas bisher vielleicht einen vollständigen prote-
stantischen Religionsunterricht genoß, wieder von
vorne anfangen und katholisch erzogen werden? —-
Gewiß müßte man eine solche Familie sehr beklage«,
in welck-er bis zu diesen Extremen die Sache getrie-
ben-werden müßte.,—- Wenn dann der Vater doch
nicht gehorcht, soll man ihn bestrafen — am Ende '
gar einen Criminalproceß wegen Widersetzlichkeit gegen
ihn verhänge» ? oder will man dem Vater zur-
Strafe die väterliche Gewalt rauben, einem Manne,

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