Full text: Volume (Bd. 1 (1828))

164 VII. Beiträge zur Kemitniß derRechtSverfaff.
II.
Uebersicht der Rechtsverfassung der Her-
zogthümer Schleswig und Holstein.
, Unter allen Deutschen Ländern bietet heutiges
Tages Schleswig - Holstein dem Germanisten
unstreitig die interessantesten Anschauungen und die
reichhaltigsten und mannigfaltigsten Belehrungen dar.
Hier sieht er noch Ding und Recht der framen Hol-
sten in alterthümlicher Weise gehegt;- hiex erblickt er
Ditmarser und Friesen in freudigem Stolz ihre freie
Landschaftsverfassung betrachtend; hier führt ihn ein
Nordisches Gesetz , das Jütsche Lov^ in den tiefen
Norden hinein, an dessen Bildungen ihm erst das
innere Wesen des Deutschen und Germanischen Rechts-
llebens völlig verständlich wird; hier findet er einen
Deutschen Rechtszustand ohne Römisches Recht, ein
uolksthümliches SachsenRecht ohne Sachsenspiegel;
Hier sieht er Städte, nicht nur mit Lübischen und
«ndörn alten und neuen Stadtrcchten, sondern auch
mit einem in vielfachen alterchümlichen Verbindungen
bewahrten "kräftigen Gemeinsinne; hier treten ihm
endlich Prälaten und Ritter entgegen, die in Folge
der freien Germanischen Landesverfassung Privilegien
und Rechtsansprüche Nachweisen, wie sie nirgends an-
sehnlicher in Deutschland gefunden.werden; die jedoch
zugleich zeitgemäß beschränkt sind durch den eignen
humanen Sinn der Berechtigten und durch den bür-
gerlichen Geist der Regierung. — An diesen frischen,
lebendigen Gestaltungen Schleswig-Holsteins erstärke
und erquicke sich jeder Freund Deutscher RechtsStudien,

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