Full text: Volume (4 (1914))

Studien zur Exemtionsgesehichte der Zisterzienser. 87
Das Schreiben ist an den nicht namentlich angeführten
Abt1) von Citeaux und dessen Mitäbte gerichtet. Der
Urkundeneingang gibt sich nun nicht ganz so farblos
wie die Arengen in vielen anderen Fällen gehalten sind.
Der Papst lobte nämlich die Reinheit und die Strenge des
Ordens, die sich mit Recht der Erbarmung des aposto-
lischen Stuhles erfreue.2) Diese warme Anerkennung traf
(„Die betreffende Urkunde Lucius’ III. ist uns nicht bekannt“), auf dieses
Diplom nicht achtsam geworden. Dagegen hat es der Forscherfleiß
Scherers, Kirchenrecht II, 8. 741 Anm. 34 festgehalten. Aber die
fragliche Notiz ist durch ein Druckversehen entstellt. Ergänze hier
hinter „Schutzbrief" einen Puilkt.
x) „Dilectis filiis abbati Cisterciensi et universis coabbatibus
eius." Jaffe-Loewenfeld ist unter nr. 15 116 und 15 118 auf den
Namen des Hauptabtes von Citeaux nicht eingegangen. Ergänzend
bemerke ich, daß Petrus, der damalige Abt von Citeaux, in Verona am
Orte der Ausstellung der fraglichen Urkunden selbst anwesend war
(siehe dazu weiteres unten). Freilich fand gerade damals ein Abtwechsel
statt. Dieser Petrus war 1182 Abt von Pontigny, 1184 wurde er Bischof
von Arras, und zwar fand die Konsekration im November 1184 in der
St. Zenokirche in Verona statt. Er starb am 19. XII. (IV.) 1203 und wurde
in Citeaux, nach anderen in Pontigny beigesetzt. „Das Generalkapitel
hatte schon 1187 bestimmt, daß nach des Bischofs Tode in allen Kirchen
des Ordens seine Exequien zu feiern seien, wie wenn er als Abt von Ci-
teaux gestorben wäre", Dominikus Willi, Päpste, Kardinäle und Bi-
schöfe aus dem Cistercienserorden, Bregenz 1912, 8. 78 nr. 439. Siehe
außerdem Manrique, Annales III, p. 130. Nachfolger des Petrus
in der Abtswürde wurde Bernard. Manrique 1. c., p. 130 sq. Ob auch
Bernard in Verona anwesend war, sei dahingestellt. Jedenfalls war es
die Persönlichkeit des Petrus, die auf der Synode bedeutsam in Erschei-
nung trat. Siehe zu allem noch Manrique 1. c., p. 140: „His et aliis
tractandis affuit Petrus, sive locum abbatis Cisterciensis sive ponti-
ficis Atrebatensis electi occupaturus. Porro ibidem, urgentibus concilii
fratribus, tandem ab Willelmo archiepiscopo (gemeint ist Wilhelm I.
von Reims, 1176—1202, unter diesem Pontifikat erlangten die Erz-
bischöfe von Reims den Vorrang unter allen Erzbischöfen und Pairs
von Frankreich; vgl. Gams-Neher im Kirchenlexikon 2 X, Sp. 973)
consecratus est, quod antea detrectasset, ostendimus anno praecedenti."
Alle diese Daten sind für die Würdigung des Luciusprivilegs nicht un-
wichtig; desgleichen haben sie für die Geschichte der Veroneser Synode
Interesse.
2) „Monasticae sinceritas disciplinae, quam in puritate ordinis,
quem tenetis (der Sprachgebrauch von „ordo" in Gegensatz zu „re-
gula" ist recht bemerkenswert; darüber gelegentlich an anderer Stelle),

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