Full text: Volume (4 (1914))

Studien zur Exemtionsgeschichte der Zisterzienser. 77
stündliche bischöfliche Vorbehalt „salva Cabilonensis ec-
clesiae canonica reverentia“.1) Nicht minder und vor
allem das ganze monastische Milieu, auf das es dieser Schutz-
brief abstellte. Die Verleihung der Exemtion hätte ja den
schärfsten Gegensatz zu jener Unterordnung unter den
Ordinarius bedeutet, die der Orden in den ersten Jahr-
zehnten strengstens eingehalten wissen wollte.2) Dieses
Widerspiel zu schaffen, lag aber der Kanzlei, die immer
wieder Rücksicht auf die Wünsche und auf die Rechts-
lage der Urkundenempfänger nahm3), damals völlig fern.
Zumal, da sie über die Anliegen und Bedürfnisse der neuen
Religiösen durch drei inhaltreiche Empfehlungsschreiben
genau unterrichtet wurde. Diese waren sowohl seitens
des Metropolitanbischofs Hugo von Lyon (1083—1106)4),
que congregationem vestram astutiis quibuslibet aut violentiis per-
turbare.46 Nomasticon p. 61. Diese Urkunde spricht ferner von Streitig-
keiten mit der Abtei Molesme. Siehe darüber unten.
Über den bischöflichen Vorbehalt vgl. Schreiber, Kurie II,
S. 459 im Register.
2) Vgl. Vacandard, Bernard II4, p. 469 s., sowie Schreiber I,
S. 84 f.
3) Siehe Schreiber I, 8. 112, und ferner Albert Brackmann,
Studien und Vorarbeiten zur Germania pontificia I. Die Kurie und die
Salzburger Kirchenprovinz, Berlin 1912, 8. 77, sowie Hans Hirsch,
Die Klosterimmunität seit dem Investiturstreit, Weimar 1913, 8. 101.
Siehe auch unten.
4) „. . . deprecamur, ut fratres istos totam spem suam in vobis
(Paschal) post Dominum ponentes et idcirco ad apostolatus vestri aucto-
ritatem confugientes benigne pro more vestro recipiatis et eos et
locum ipsorum ab hac infestatione et inquietudine liberando (die Be-
wohner von Citeaux wurden von den Benediktinern von Molesme an-
gefeindet) auctoritatis vestrae privilegio mugiatis . . .". Nomasticon
Cisterciense, p. 60. Diese Urkunde ist auch und zwar gleichfalls ohne
Angabe des Datums bei Manrique, Annales I, p. 19, und bei Guig-
nard, Monuments p. 68 gedruckt, schließlich auch bei Georg Hein-
rich Wegelin(us), Dissertatio iuris publici de iactitata vulgo ord.
Cisterciensis libertate ac exemptione a superioritate et advocatia regio-
num in S. R. G. imperio dominorum, Gießae - Hassorum 1703, p. 6. —
Über Hugo von Die, späteren Erzbischof von Lyon und päpstlichen
Vikar von Gallien und, wie bekannt, eine überaus eifrige, ja leiden-
schaftliche Reformernatur vgl. Hef eie, Conciliengeschichte 2 V, S. 1183
im Register; W. Lühe, Hugo von Die und Lyon, Legat von Gallien,
Straßburger Diss. 1898; F. X. Barth, Hildebert von Lavardin (1056

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