Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (4 (1914))

Pseudoisidor und die Le Mans - Hypothese.

65

sie erst nach Aldrichs Tod inseriert sei, ist nicht unbedingt
geboten, jedenfalls aber unwahrscheinlich, daß dies später
als in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts geschehen
sein sollte.
Auf die Dekretale folgt zunächst die Erörterung
Quodsi David etc., deren enge Verwandtschaft mit Ben.
Lev. II. 402x). III. 331 und Ps. Gregor M. ad Felicem ep.,
Hinschius p. 750 nicht streitig ist. Allerdings fehlt dieser
Brief in fast allen älteren Pseudoisidorhandschriften* 2),
während andrerseits die Frage noch nicht vollkommen
erledigt ist, ob er etwa älter ist als Pseudoisidor und Bene-
dikt. Indessen ist auch Seckel geneigt, dies mit Hinschius
zu verneinen.3) Ich hatte bemerkt, daß nach dem Verhält-
nis der Texte der in den Actus pont. Gen. zitierte der
älteste zu sein scheine.4) Dieser Ansicht hat auch Was-
serschieben zugestimmt.5) Seckel behauptete dagegen
schon in der Realenzyklopädie für protestantische Theo-
logie6), dieser Text sei aus Benedikt und Pseudoisidor
geschöpft, und wiederholt im „Neuen Archiv“ XXXV, 511:
„Da die Erörterung r Quodsi David’ vor Erscheinen der
Actus nirgends begegnet, die Actus aber erst nach Pseudo-
isidor erschienen sind7), so hat umgekehrt Benedikt (nebst
Pseudoisidor) als Quelle der Actus zu gelten.“ Ich glaube,
in einer Beweisführung8), die auch Fournier als über-

x) Die Angaben von Hinschius über die Quellen, denen ich
Entstehung 8. 42 folgte, sind von Seckel, Neues Archiv XXXV, 510ff.
berichtigt und ergänzt.
2) Er steht in der von Hinschius mit C bezeichneten Klasse,
fehlt dagegen, mit Ausnahme der zur Gruppe A 2 gehörigen Kölner
(früher Darmstädter) Handschrift (vgl. über diese Entstehung 8. 44),
in den beiden anderen Klassen A und B.
3) Neues Archiv a. a. 0. 8. 51 lf.
4) Entstehung 8. 42 N. 1. 43 N. 1. 107. Daß die Actus hier die
Quelle Benedikts und Pseudoisidors seien, habe ich damit nicht sagen
wollen. Seckel hat mich hier nicht ganz richtig verstanden.
5) Histor. Zeitschr. Bd. LXIV (N. F. 28), 8. 246.
«) A. a. O. 8. 278.
7) Das ist eben die Frage; vgl. oben 8. 23f.
8) Histor. Zeitschr. Bd. LXVIII (N. F. 32), 8. 197—200, vgl. auch
oben 8. 30 in betreff der Stelle über die Chorbischöfe.

Zeitschrift für Rechtsgeschichte. XXXV. Kan. Abt. IV.

5

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer