Full text: Volume (4 (1914))

11.14. Schneider, E., Die römische Rota

Literatur.

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des Wittelsbachers (S. 576ff.) und endlich Register zu Rand I und II
beigegeben sind (S. 586ff.), zum zweiten Band vor allem ein Sachregister,
das in der Fülle seiner Stichworte auf den Reichtum der Kontrovers-
literatur an Erörterungen zu Einzelfragen des Kirchenrechts verweist.
Die einander gerade in unseren Tagen nahe gerückten Disziplinen der
Kirchenhistorie und der Historie sind Sch. gleichmäßig zu Dank ver-
pflichtet, — möchten zahlreiche und eifrige Benutzer seines Werkes
ihn für lange und entsagungsvolle Mühen entschädigen und belohnen.
Halle a. d. Saale. A. Werminghoff.

E. Schneid er, Die römische Rota. Nach geltendem
Recht auf geschichtlicher Grundlage dargestellt. I: Die
Verfassung der Rota (a. u. d. T.: Görres-Gesellschaft zur
Pflege der Wissenschaft im katholischen Deutschland.
Veröffentlichungen der Sektion für Rechts- und Sozial-
wissenschaft, im Aufträge des Vorstandes herausgegeben
von K. Beyerle, E. Göller, G. Ebers Heft 22). Paderborn,
F. Schöningh 1914. VIII, 215 S.
Dem geschichtskundigen wie dem rechtsbeflissenen Forscher ist
diese scharfsinnige Arbeit Schneiders ein willkommener Führer zu dem
mehr als siebenhundertjährigen Wege, den die Rota, der römischen
Kurie berühmter Gerichtshof, zurückgelegt hat, gegen dessen Ende hin
sie fast gebrochen erschien, aber dann unerwartet zu neuem, lebens-
frischem Gang befähigt wurde. Dies geschah durch Pius’ des Zehnten
Bulle „Sapienti Consilio“ vom 29. Juni 1908, durch welche die Gerichts-
verfassung und das Verfahren anders geregelt worden ist.
Der Hauptwert der Untersuchung beruht auf der Darstellung des
geltenden Rechts der heutigen Rota, das zur besseren Erläuterung nicht
nur dem gemeinen kirchlichen Recht gegenübergestellt wird, sondern
auch aus dem geschichtlichen Werdegang der mittelalterlichen Rota
häufige und wertvolle Beleuchtung erfährt. Sch. hat dabei, zum Teil
auf früheren Arbeiten fußend, den Nachweis erbracht, daß die Rota
nicht erst durch Johann XXII. im Jahre 1331 ins Leben gerufen wurde,
sondern schon am Ende des 13. Jahrhunderts als kollegiales Gericht
vorhanden war, welches aus den päpstlichen Kaplänen entstand. Diese
waren seit dem endenden 12. Jahrhundert neben Kardinalen und Bischöfen
in steigender Anzahl als „auditores“ vom Papste mit der Untersuchung,
zuweilen auch mit der Aburteilung einzelner Rechtsstreitigkeiten beauf-
tragt worden. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts finden wir
dann aus ihnen abgesondert eine Institution der Generalauditoren, die
(im Gegensatz zu den für jeden Streitfall aus der Reihe der Kapläne
und Kardinale bestellten Auditoren) ein vom Papst bevollmächtigtes
und neben ihm bestehendes Tribunal bildeten (S. 34). Indem diese
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