Full text: Volume (4 (1914))

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Literatur.

endlich umspannt Exzerpte von bald geringerer bald größerer Aus-
dehnung, dazu auch Stücke der verschiedensten Art und sorgfältige
Vor- und Rückwärtsverweisungen sind bestimmt, in extenso die Ver-
wertbarkeit der Belege für mehr denn eine Frage der kirchlichen Rechts -
Entwicklung darzutun, eben weil sie nicht allein innerhalb des Rahmens
beweiskräftig oder belehrend sind, in dessen Mitte sie jetzt stehen. Alles
offenbart das Geschick der Auslese und erhöht zugleich die Brauch-
barkeit der Sammlung für akademische Übungen, deren Interessen E.
zunächst ins Auge faßte. Nicht als ob nur der Studierende zu dem
Buche greifen sollte: selbst wer einigermaßen in der mittelalterlichen
Überlieferung Umschau gehalten hat, ist für manches Zeugnis dankbar,
das entweder zu den schon bekannten sich gesellt oder den Gesichts-
kreis erweitert, wie denn gerade die Mitteilungen aus theoretischen
Schriften bis zu denen Occams hin überaus nützlich sind. Unsere gekürzte
Inhaltsangabe läßt weiterhin erkennen, daß E. sein Augenmerk auf
den Entwicklungsgang des Verhältnisses von Imperium und Sacerdotium
eingestellt hat, nicht also auf den der Beziehungen etwa zwischen den
außerdeutschen Ländern zum Papsttum oder zwischen deutschen
Territorien bzw. Städten und der Kirche. Man wird vermuten dürfen,
daß für diese Fragen weitere Hefte in Aussicht genommen sind, und
und sie sind um so notwendiger, weil für den von ihnen zu behandelnden
Stoff Quellensammlungen völlig fehlen, weil naturgemäß im Verhältnis
zwischen Kaisertum und Papsttum nicht der ganze Reichtum der mittel-
alterlichen Relationen zwischen Staat und Kirche sich erschöpfte. Be-
greiflich genug hat sich die Forschung vorzugsweise mit Imperium
und Sacerdotium, ihrem gegenseitigen Geben und Nehmen beschäftigt,
weil im Kaisertum deutscher Herrscher die umfassendste und deshalb
höchste weltliche Gewalt beschlossen war oder als beschlossen angesehen
ward. Das Imperium aber war nicht der Staat an sich, sondern ein
staatliches Gebilde sui generis neben den Staaten von England, Frankreich
usw., d. h.: auch die Beziehungen dieser Staaten zur Kirche, ihrer Organi-
sation und ihrer Leitung, wie sie im Papsttum sich verkörperte, wird in
Zukunft eingehender zu prüfen sein, wenngleich die neueren Arbeiten
von J. Hatschek und R. Holtzmann sich ihnen bereits zugekehrt
haben. Würde E. ihnen je ein Heft seiner Sammlung einräumen, so
steigerte sich die Verdienstlichkeit des Unternehmens in dem Maße,
als sie jetzt für die Erkenntnis von Imperium und Sacerdotium ohne
Einschränkung zugegeben werden muß. Das zweite Heft ist dank seinem
Inhalt aufschlußreicher noch als C. Mirbts „Quellen zur Geschichte
des römischen Papsttums“ oder A. Galantes „Fontes iuris canonici
selecti “, aufschlußreicher deshalb, weil es in seiner Einseitigkeit, in

der Kirche. 1. Gesetze über die Freiheit der Kirche (6). 2. Ausstattung der
Kirchen. Reichskirchen. Bischöfe als Vasallen des Reiches. Reichsfürsten -
stand der Bischöfe (11). 3. Königsschutz (2). Gottesfrieden und Asylrecht(5).
5. Freiheit der Bischofswahl (2). 6. Spolienrecht (7). 7. Die geistlichen Standes-
privilegien (3). Es hätte sich vielleicht empfohlen, alle Quellenstellen mit
durchlaufenden Zahlen zu versehen, um die Zitier methode zu vereinfachen.

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