Full text: Volume (4 (1914))

Die Entwicklung der Basler Kirchenverfassung.

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der politischen Rechte nach sich, und in den vierziger Jahren
wird ganz positiv von einigen wenigen katholischen Bür-
gern berichtet. Ein Jude als Bürger war allerdings damals
noch undenkbar.1)
Weiter schrieb das Reglement die Errichtung einer
katholischen Schule vor, ,,da es dem gemeinen Wesen sehr
daran liege, daß die Erziehung der Kinder nicht vernach-
lässigt werde“. Die nächste Aufsicht über diese Schule
liegt dem Pfarrer ob, die Oberaufsicht dagegen und die
Handhabung des Reglements überhaupt wurde dem Depu-
tatenamt übertragen. Wir werden nachher sehen, wie
60 Jahre später eben diese hier ausdrücklich geforderte
Schule zu einem heftigen Kampfe zwischen katholischer
Gemeinde und Regierung führte.
Da die schon erwähnte Aufteilung des Bistums Basel
eine Neuordnung der Diözese dringend notwendig ge-
macht hatte2), erließ Papst Leo XII. am 7. Mai 1828 die
Zirkumskriptionsbulle „Inter praecipua“, worin er das nach
langwierigen Verhandlungen mit den beteiligten Kantonen
am 28. März abgeschlossene Konkordat publizierte.
Mit Erklärung vom 6. Oktober 1829 trat Basel dem
so neu geschaffenen Bistum Basel bei, aber nur für die eben
erst gewonnenen katholischen Landgemeinden des Birsecks;
von einer katholischen Gemeinde in der Stadt Basel ist
darin nicht die Rede.3)
von fremden vorzunehmen, ohne vorher E. E. und W. W. Rath eine
schriftliche Anzeige darüber gemacht zu haben."
x) Paul Burckhardt im Basler Neujahrsblatt 1912 8. 8 und 18.
Über die Juden in Basel vgl. die umfangreiche und abschließende Arbeit
von Achilles Nordmann, Geschichte der Juden in Basel, Basler
Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde XIII, 1914 8.1 ff.
2) Näheres bei Karl Gareis und Philipp Zorn, Staat und
Kirche in der Schweiz II, Zürich 1878, 8. 61 ff. Vgl. auch Memorial
des Kirchgemeinderates der röm.-kath. Kirchgemeinde Solothurn (1910)
mit Gutachten von Andreas Heusler und L. R. von Salis, bes. 8. 17.
3) Das interessante Dokument mag in seinen Hauptstellen hier
folgen: „Wir Bürgermeister . . . des Kantons Basel . . . erteilen hier-
mit der apostolischen Cireumscriptionsbulle vom 7. Mai 1828, die mit
den Worten: inter precipua Nostri apostolatus munia beginnt, insoweit
solche die Einverleibung der durch die Wiener Congreß - Erklärung mit
Unsern Kanton vereinigten katholischen Gemeinden des Bezirks Birseek

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