Full text: Volume (4 (1914))

Donum, investitura, conductus ecclesiae.

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Schluß der Diözesansynode bestimmt, daß den Klerikern, die
für des Abtes Präbende und das Kirchenwidum an zwei Wer-
dener Kapellen dienen, Seelsorge und Bann, wo der Abt
und der Klosterdekan es wollen, von dem zuständigen
Archidiakon zugewiesen werden sollen. Aber hier wird
nur eine einmalige Handlung des Archidiakons angeordnet.
Die Priester der beiden Filialkirchen, die in der alten Pfarrei
der Abtei Werden von dem Werdener Abte angelegt waren,
sind mit dem Abte über ihre Kompetenzen in Streit ge-
raten. Der Bischof hat entschieden, daß der Umfang der
Rechte der beiden Kirchen von dem Belieben der Abtei
abhängt, und nun soll ihnen nach dem Willen des Abtes
cura und bannus in einem bestimmten Sprengel zugewiesen
werden. Es wird also eine Neubegrenzung der beiden Unter-
pfarreien angeordnet. Diese Auffassung bestätigt besonders
die Form „ministrant“ der Urkunde und der Hinweis auf
den Sprengel in den Worten ,,ubi abbas voluerit“. Die
Pfarrbegrenzung war ja immer ein Recht des Bischofs,
und so zeigt diese Urkunde nur darin etwas Neues, daß
jetzt bei der Pfarrbegrenzung die cura neben dem bannus,
das Amt neben der Berechtigung betont wird.
gart 1910, II 8. 103, Anm. 2 und 8. 139, Anm. 3, daß donum altaris
hier das beneficium des Priesters bedeute. Es wird doch gerade fest-
gesetzt, daß der Priester das donum altaris nicht haben soll, und seine
Einkünfte als abbatis praebenda und dos ecclesiae bestimmt. Bei den
andern Beispielen, die Schreiber a. a. O. II 8. 139, Anm. 3 dafür an-
führt, daß donum altaris im 12. Jahrhundert häufiger als beneficium
die Einkünfte des Priesters bedeute (Migne 188 p. 1384; Ulysse Robert,
Bullaire du Pape Calixte II, Paris 1901, Bd. II p. 351), bezeichnet donum
altaris das Besetzungsrecht des Kirchherrn. Aber in der Werdener Ur-
kunde trifft auch diese Deutung nicht zu. Das Besetzungsrecht der nova
capella kann nicht „ad principale sancti Liudgeri altare, ad quod omnia
terminata sunt, destinandum esse“. Besonders der Ausdruck terminare,
wie die Zusammenstellung mit procuratio und der Gegensatz zu cura
(cura sine altaris dono), all dies weist auf Einkünfte hin. Ob es gerade
Altaropfer bedeutet, wie P. Jacobs, Geschichte der Pfarreien im Gebiete
des ehemaligen Stiftes Werden an der Ruhr, Düsseldorf 1893, I S. 34, II
8. 409 annimmt, geht nicht deutlich hervor. Kirchliche Einkünfte be-
deutet donum altaris auch in der Urkunde des Erzbischofs Reinald von
Köln vom Jahre 1066, in welcher der Pastor von Freialdenhoven ecclesiam
donumque altaris in die Hand des Erzbischofs resigniert. Lacomblet,
U. B. I Nr. 422, 8. 293f.

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