Full text: Volume (4 (1914))

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Georg Schreiber,

lungen in den Rechtsanschauungen und im Rechtsleben
der Zeit vollzogen. Ich habe jedoch, wie oben angekündigt,
später an anderer Stelle darüber einläßlicher zu handeln.
Damit breche ich für heute den Faden der Erörte-
rungen, der hier zur Exemtionsgeschichte der Zister-
zienser gesponnen ist, ab. Es sei zugleich dem Wunsche
Ausdruck gegeben, der vorhegende Beitrag möge als Bau-
stein zu einer Rechtsgeschichte der monachi grisei will-
kommen sein. Denn diese rückt in greifbarere Nähe. Hat
sich doch in den letzten Jahren das Interesse für die kirchen-
rechtsgeschichtliche und nicht minder für die allgemein-
geschichtliche Stellung des Ordens ersichtlich gesteigert.
Die trefflichen Arbeiten von Brackmann und Hirsch
wurden bereits erwähnt, und ihnen sind die dankenswerten
Studien von Pi sc hek1), Heil mann2), de Moreau3), Abb4)
1) Die Vogteigerichtsbarkeit süddeutscher Klöster in ihrer sach-
lichen Abgrenzung während des früheren Mittelalters, Tübinger jur.
Diss., Stuttgart 1907, besonders 8. 86. Siehe dazu aber die Ausstellung,
die bei G. Schreiber, Neuere Arbeiten zur Zisterziensergeschichte,
Cist.-Chronik XXV, 1913, 8. 333 Anm. 1, gemacht ist.
2) Die Klostervogtei im rechtsrheinischen Teile der Diözese Kon-
stanz bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts (Görres- Gesellschaft. Sektion
für Rechts- und Sozialwissenschaft, Heft 3, Köln 1908, 8. 73 ff. 110 ff.).
Vgl. dazu aber auch Edmund E. Stengel, Zur Geschichte der Kirchen-
vogtei und Immunität, Zeitschr. f. Sozial- und Wirtschaftsgeschichte
1912, 8. 120 ff. Einige Notizen, die die päpstlichen Zisterzienserprivi-
legien betreffen, finden sich auch bei Josef Groll, Die Elemente des
kirchlichen Freiungsrechtes, mit besonderer Berücksichtigung der öster-
reichischen Entwicklung dargestellt (Kirchenreehtl. Abhdlg., herausg.
von U. Stutz, 75. u. 76. Heft), Stuttgart 1911, im Register S. 334.
3) Siehe oben S. 103 Anm. 1.
4) Geschichte des Klosters Chorin, Berlin 1911 (nach Angabe des
Titelblattes überdies im Jahrbuch für brandenburgische Kirchen-
geschichte VII und VIII, herausg. von Nikolaus Müller erschienen).
Freilich läßt die Arbeit in vieler Hinsicht (vgl. das dürftige Kapitel:
„Beziehungen zum Papst“, S. 71 ff., sowie die Auslassungen über den
Zehnten, 8. 100) zu wünschen übrig. Da hat doch Rauen in seinen For-
schungen über die Grundherrschaft Heisterbach ungleich tiefer gegriffen.
Freilich weit bescheidener als die Studie von Abb gibt sich noch die
Untersuchung von Walter Nußbeck, Beiträge zur Besitzgeschichte
des Klosters Lehnin, Greifswalder phil. Diss. 1912, Berlin 1912. Daß
es diesem Verfasser nirgendwo darum zu tun ist, eine größere Entwick-
lungslinie herauszuheben, beweist ein Blick auf S. 28, wo die Be-

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