Full text: Volume (4 (1914))

Studien zur Exemtionsgeschichte der Zisterzienser.

109

sich dem Leser von Brackmanns Schrift ganz unwei-
gerlich auf, wenn auch in dieser dem Kloster Aldersbach
nur wenige Zeilen gewidmet werden.
Nun geht dasselbe Buch nur auf jene Papsturkunden
ein, die vor dem Pontifikat Innozenz’III. (1198—1216)
ausgestellt wurden. Diese Beschränkung ergibt sich durch
die ganze Anlage des Werkes, das eben als Ergänzungs-
band zu desselben Verfassers trefflicher , Germania ponti-
ficia' I gedacht ist. Jene Abgrenzung ist freilich ein
sehr mißlicher Umstand, wenn man sich die andere Er-
wägung vorhält, Brackmann legt den denkbar größten
Wert darauf, die Bedeutung des bischöflichen Eigen-
klosterrechts für das 12. Jahrhundert zu betonen.1 2) So
kommt es denn auch, daß er nicht mehr notierte: bereits
unter Innozenz III. erging 1214 ein neues Privileg für Alders-
bach, das sich ganz im Rahmen des privilegium commune
(„Religiosam vitam eligentibus")2) bewegte. Damit ent-
hielt letzteres die inhaltschweren Formeln: „Porro si epi-
scopi vel alii ecclesiarum rectores in monasterium vestrum
vel personas inibi constitutas suspensionis, excommuni-
cationis vel interdicti sententiam promulgaverint sive
etiam in mercenarios vestros, pro eo quod decimas non
solvitis, sive aliqua occasione eorum, quae ab ipsa aposto-
lica benignitate vobis indulta sint seu benefactores vestros
pro eo, quod aliqua vobis beneficia vel obsequia ex caritate
praestiterint vel ad laborandum adiuverint in illis diebus,
quibus vos laboratis et alii feriantur, eandem sententiam
protulerint, ipsam tanquam contra sedis apostolicae indulta
prolatam duximus irritandam."3)
Es mag sein, daß hier im Falle von Aldersbach und auch
bei anderen Zisterzen die Rechtsauffassung des jeweiligen
Bischofs sich mit dem gesetzgeberischen Willen der Kurie
nicht allweg deckte. Gleichwohl deutet die von uns kurz
gestreifte Privilegienfolge für dieses bambergische bischöf-
liche Eigen- und Zisterzienserkloster mehr als zur Genüge
an, daß sich bereits im 12. Jahrhundert tiefgreifende Wand-
*) Siehe besonders Studien I, 8. 90.
2) Vgl. Tangl, Kanzleiordnungen 8. 229 ff.
3) Hund-Gewold 1. c., p. 61 (Potthast nr. 4908 vom 23. III.).

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer