Full text: Volume (7 (1917))

Karl Gottfried Hugelmann,

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ban schadit der zelen unde nymt doch nymande den lip,
wy lange er dorynne ist. Im Zusammenhang mit dieser
klaren Bestimmung wird sich auch die vorangehende (Art. IV
§ 5), derzufolge „sien recht verworcht“, der „zu banne ge-
tan wirt mit rechte“, kaum anders deuten lassen als im
.Sinne der gerechten Exkommunikation.
Diese Stelle scheint uns von abschließender Bedeutung
für unseren Beweisgang. Konnte man bei dem bisher bei-
gebrachten Material immer noch einwenden, daß es sich
teils nicht um päpstliche Sentenzen, teils zwar um solche,
aber nicht um Bannsprüche, und wo um solche, doch nur
um einer weit älteren Periode angehörende handelt: so liegt
hier ein Zeugnis aus dem sächsischen Rechtsgebiet, und
zwar ein dem Sachsenspiegel in jeder Hinsicht nahestehen-
des vor, zugleich ein weiterer Beleg für die Bedeutung mit
rechte — iuste und ein unwiderlegliches Beispiel für jene
Lehre, die angeblich dem Sachsenspiegel von vornherein
nicht zuzutrauen sein soll. Erinnern wir uns daran, daß
uns nach rein philologischen Gesichtspunkten die Auslegung
mit rechte im Sinne von iuste in der Verbindung in des
paves ban mit rechte körnen als wahrscheinlich erschien,
so muß m.E. eine unbefangene Betrachtung des sächsischen
Weichbildrechtes den letzten Zweifel an der Richtigkeit
dieser Auslegung beseitigen. Die Stelle des Sächsischen
Weichbildes hat auch dem Glossator Nikolaus Wurm zu
interessanten Ausführungen Anlaß gegeben, auf die wir
später noch zurückkommen werden.1)2)3)
1) Unten S. 90.
2) Abschließend sei auf eine (ebenfalls schon von Eich mann
a, a. 0. S. 91) erwähnte Baseler Urkunde aus dem Jahre 1405 verwiesen,
welche — wenn auch in ganz anderer Formulierung — die weltlichen
Rechtswirkungen des Bannes von dessen Rechtmäßigkeit abhängig
macht: ist der in dem banne oder kumet dar in von sin selbs schulde
wegen.Die Urkunde ist abgedruckt bei Schnell, Rechtsquellen
von Basel I 83. Über weitere Fälle aus späterer Zeit vgl. Friedberg,
De finium ... pag. 158 n. 2; Beres, a. a. O. (oben 8. 34 Anm 1), S. 63, 70ff.
3) Mit Absicht wurde unter den Zeugnissen des deutschen Rechts
die von Alfons von Kastilien aufgeworfene Frage, ob der Kirchen-
bann vom aktiven Königswahlrecht ausschließt, nicht herangezogen.
Denn die Partei des Alfons vertritt bekanntlich in Bezug auf die Kö-
nigswahl einen so ausschließlich kanonistischen Standpunkt (es ist das

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