Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (7 (1917))

4. Der Codex iuris canonici und die kirchliche Rechtsgeschichte

Der Codex iuris canonici
und
die kirchliche Rechtsgeschichte.
Von
Ulrich Stutz.
Der Erlaß des Codex iuris canonici ist in erster Linie
ein Ereignis, welches das geltende Recht betrifft. Durch
ihn hat das gemeine katholische Kirchenrecht die klare, über-
sichtliche, leicht zu handhabende Zusammenfassung erhalten,
die der kirchlichen Verwaltung, Rechtsprechung und Rechts-
lehre schon längst not tat. Was einsichtige Laien, was der
Klerus, was insonderheit Spiritus Sanctus quos posuit Episco-
pos regere Ecclesiam Dei längst ersehnten, zur Zeit des vati-
kanischen Konzils inständigst herbeiwünschten, dann aber
Jahrzehnte lang kaum mehr zu erhoffen wagten1), ist jetzt
erreicht: Der Codex iuris canonici Pii X Pontificis Maximi
iussu digestus Benedicti Papae XV auctoritate promulgatus,
der am Pfingstfeiertage dieses Jahres durch die Konstitution
Providentissima Mater Ecclesia2) bekanntgegeben worden ist,
von dem einige Kanones bereits in Geltung sind3), und der
x) Vgl. darüber Hugo Lämmer, Zur Codification des canonischen
Rechts, Freiburg i. Br. 1899, besonders 8. 48ff.
2) Siehe dieselbe vor dem Kodex in dessen amtlicher Ausgabe in
den Acta Apostolicae Sedis IX Pars II, Romae 1917, ausgegeben an der
Vigil von Peter und Paul, am 28. Juni, an welchem Tage dem Papste das
erste Exemplar des Werkes feierlich überreicht wurde. Darüber und
über die anläßlich dieses Ereignisses mit einer entsprechenden Dar-
stellung versehene diesjährige Jahresgedächtnismünze vgl. Archiv für
katholisches Kirchenrecht XCVII 1917 S. 459 ff. Die angekündigte Aus-
gabe des Kardinals Gasparri mit Einleitung und Register ist bis jetzt
noch nicht in unsere Hände gelangt.
3) Vgl. die Bekanntmachung der Staatssekretarie vom 20. August
1917, Acta IX 1917 p. 475.

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