Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (7 (1917))

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Rudolf Schaefer,

liehe Kommissar Dr. Jacob Andreae auf dem Synodus von
1580 zu Koburg die neue Kirchenordnung*) vor „mit der
anzeige, das es s. k. g. willen sey“, daß diese Kirchenord-
nung auch in Koburg-Gotha „angeordnet und derselbigen
nachgefolgt werden solle". Der Synodus von Koburg be-
schloß, sie in einigen Punkten anzunehmen, zu denen auch
der über die Beförderung der Geistlichen durch Versetzung
gehörte. Dieser Beschluß, der deutlich seine Vorbilder* 2)
erkennen läßt, lautete: „Dieweil auch kein nuz dabei, das
junge Leute, so allerersten aus den schulen kommen, also
balden unversucht uf pfarren gesetzt werden, darumb es
rathsamb, das sie erstlichen zue diakonen verordnet, und
wann sie etliche jhar den kirchengebrauch gelernet, aller-
ersten zu dorfpfarhern befördert; damit auch dieselben
sich desto besser unterhalten könten, die diakonaten etwas
geschmehlert, oder disfals sonsten uf andere mittel und wege
bedacht und die geringe pfarren darmit gebessert werden,
uf das die diaconi in stedten sich soviel desto eher zu den
pfarren uf dem lande begeben mögten, wie denn junge an-
gehende leute uf den diakonaten sich viel besser an geringer
Unterhaltung, dann die pfarrer uf dem land, so mit viel
kinderlein überfallen, so lange wohl betragen mochten, bis
sie gleicher gestalt zu besseren conditionibus befördert
wurden“.3)
Hier steht also, wie in der Pfalz, Kursachsen und der
Grafschaft Henneberg, die Versetzung unter dem Gesichts-
punkt der Beförderung, des Nutzens der Kirche wie der
Geistlichen, während der Gesichtspunkt der Strafe ganz
fehlt, was sich daraus erklärt, daß in der kursächsischen
Kirchenordnung von 1580 wie in der Jenaischen Konsisto-
rialordnung von 1569 wie der von 1674 unter den angeführten

x) Die im wesentlichen die kursächsische Kirchenordnung von
1680 war.
2) Die kursächsische Kirchenordnung von 1580, die pfälzische
Kirchenratsordnung von 1564 und die hennebergisehe Visitations- und
Konsistorialordnung von 1574 bzw. 1577, vgl. vorhin Nr. 5, 7 und 12 und
Sehling I 8. 688. 798. 838.
8) Nr. 24 der Beschlüsse des Synodus zu Coburg von 1580, Seh-
ling I S. 256.

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