Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (7 (1917))

Die Versetzbarkeit d. Geistl. n. d. ev. Kirehenordn. d. 16. Jh. Bll
denn die.recht ordenlieh Pfarrherren und Prediger,
oder der Pfarherrn bestelte oder aufgenumme Caplan oder
helffer sein, Oder durch uns oder unsre bevelh haber dar-
zu beriiffen oder verordent werden, und ob sich* jemandt
anders zu predigen understeen würde, das sollen unsere
Ambtleut nit gedulden oder zu lassen, Sünder die selbigen
zu gefengknus annemen und fürter die sach an uns ge-
langen lassen, unseren weyttern bescbaidt darauf! zu emp-
fahen und demselben volg zuthun.“„Es soll auch
kein Pfarherr kein Caplan on unnser oder unnser Ambtleut
wissen und willen auffnemen, und dieselben Priester, die also
zu Caplan auffgenummen werden, sollen auch zuvor dem
Amptman schriftlich oder suns glaubhafftig urkundt an-
zeygen, was lebens und herkummens sie sindt, auch wie
sie von irer herrschafft abgeschiden sein, und der Caplan
halben, die vor allgevait in unsern Landen aufgenummen
sein, sol durch unsere Ambtleut an einem jeden ort der-
gleichen einsehen auch geschehen.“
27. Zum Schluß sei noch auf die „Kölnische Kir-
chenordnung“1) von 1543 hingewiesen, die, von Bucer,
Melanchthon unter Mitwirkung von Pistorius und Hedio
verfaßt2) und vom Erzbischof Hermann im August 1543
genehmigt, zwar im Erzbistum keine rechtliche Geltung
erlangt hat, aber in Hessen längere Zeit im Gebrauch ge-
wesen ist und zeigen mag, daß in einem der Reformation
damals nicht gewonnenen Gebiete durch das Verhalten der
Patrone das se ipsum transferre sehr begünstigt wurde, wie
auch die „Lüneburger Artikel“3) von 1527, die die
Grundlage der Reformation in dem Gebiete Emsts des Be-
kenners gebildet haben und die Punkte angeben, auf die die
Reformation sich richten sollte und durch ihre eigentümliche
Anordnung, daß die geistlichen Stellen nicht deffnitiv be-
setzt werden sollen, in der gleichen Richtung wirken mußte.
„Nun wollen wir“, sagt die erstem, „niemand sein jus patro-
natus entziehen, vermanen aber alle, so jus patronatus haben,
daß sie auß christlicher pflicht fLeiß thun, tüchtige personen
!) Richter II 8. 50L
2) Vgl. Corpus Reformator. V 8. 112. 140. 149. 164 L 169.
3) Richter I 8. 70L

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