Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (7 (1917))

308 Rudolf Schaefer,
18. Nach dem „Auszug gemeiner kirchenord-
nunge.den pfarrern der superattendenz
Gerau zustendig1) vom mittwochen nach Cantate
(6. Mai) 1666", „.sollen.die pfarherr, so im
amt seint, nicht nach andern diensten sich selbs ein-
dringen, rennen und laufen und also leichtfertig one sonder-
liche noth und Ursache umb geize und eigennutzs willen
ihre berufene schäflein verlassen und ubergeben, noch auch
selbs untereinander durch leut und Wechsel die pfarren
practiciren und permutiren, sondern ein jeder bei seinen
pfarrkindern bleiben, dieselben als die herde Christi, über
die er vom heiligen geist gesetzt ist, weiden und versorgen,
bis er ordentlicher weise von Gott anderswohin gefordert
und berufen werde, damit man hierinnen nicht des bapsts
simonie gleichförmig handele"2).
19. Nach der „form und maß der Visitation im
ampt Rudolstadt"3) vom 10. Januar 1575 ist u. a. zu
fragen: „ob auch der neuen unversuchten und unberufenen
prediger one für wissen des Superintendenten auf die canzel
gelassen werden.“4)
20. Ebenso schärft die „.Kirchenordnung Hein-
richs IV. von Reuß"5) vom 30. August 1532 ein: „Es
soll auch keiner, der sich zum ampt dringt, lauft oder
rennet, dazu berufen werden: offerre operam suam hat eine
andere meinung. Desgleichen soll man auch so gar junge
leut nicht zulassen, denn derselben viele so geschicket, do
sie ein jar caplan gewest, so laufen sie alsdann, flicken sich
dort und da zu, bis sie pfaren kriegen, richten alsdenn
wenig guts aus. Es soll auch keine gemein weder
in stedten noch dörfern ihre kirchen oder schuldiener one

vorwissen der superattendenten zu enturlauben macht
haben."6)
21. Aus „des durchlauchtigen.fürsten ....
herren Georg Ernsten, graven . zu Henne-

sagt wurde. Gleichen Tadel in bezug auf die Parteilichkeit spricht der
Visitationsabschied für Döbeln von 1555, ebenda 8. 547 ff. unter Nr. Vllaus
!) Sehling II 8. 158f. 2) Ebenda. 3) Ebenda 8. 130f.

4) Ebenda 8. 131. 6) Ebenda 8. 153 ff. «) Ebenda 8. 154.

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