Full text: Volume (7 (1917))

,304

Rudolf Schaefer,

aus der Visitation von Thüringen von 1533 war auch der:
„es sali auch keiner, so es von wegen des juris patronats
gleich ze thun, eine pfar verleihen, es sei dann zuvor die
person, so belehnet werden soll, den superadtendenten pre-
sentirt, in christlicher leher verhört und der masen, das
ehr dem ambt der selsorg genugsamlieh vorstehen muge,
genugsamlich unt tüchtig befunden worden.“1) 14. In der
Visitation in Franken von 1535 eiließen die Visitatoren
eine Visitationsordnung, die u. a. auch befiehlt : „pfarrer
und prediger nit aufzunemen, si sind dan der obrigkeit zu-
vor presentirt und examinirt durch den superattendenten.“2)
15. In der Instruktion3) für die erste Visitation Her-
zog Heinrichs von Sachsen vom 10. Juli 1539 eröffnete
der Herzog den Städten: „es ist uns aber nicht entgegen,
wo sich nach dieser jetzigen unserer Visitation eine pfarre
verledigen und dann mit einem andern wolle bestellt werden,
daß derjenige so hier zuvor dieselbe zu vorleihen gehabt,
von demselben priester ersucht, damit er von ime dem
superattendenten jedes orts praesentirt und dann nach er-
findung sonderer geschicklichkeit von uns confirmirt
werde.“4) Aber auch die Instruktion5) zur zweiten Visi-
tation von 1539 von demselben Gebiet unterläßt nicht,
zu erinnern: „die lehenherren sollen keinen pfarrer, er werde
den durch die visitatores und superattendenten für tüchtig
darzu geachtet, aufnehmen, so sollen sie auch ahne der-
selbigen visitatorn und superattendenten vorwissen derer
keinen ihres gefallens ahne sonderliche Ursache zu entsetzen
haben.6)“ Daher behandelt auch der „gemeine bericht
der Visitatoren an die pfarrer und dorfschoffen
in unsers g. h. herzog Heinrichs zu Sachsen usw.
lande und fiirstenthumb“7) vom 11. Oktober 1540 diese
beiden Punkte: „erstlich sollen.so sich die pfarren
verledigen, die collatores keinem die pfarr leihen, er sei
denn von dem superattendenten des Kreises, darin die pfarr
gelegen, zuvor verhört, examinirt und so er zuvor im dienst

*) Sehlin g I 8.196. 2) Ebenda 8. 198. 3) Ebenda S. 257 ff.
4) Ebenda 8. 260. 6) Ebenda 8.281 ff.
«) Ebenda 8. 283 Nr. XIV. ’) Ebenda 8. 284ff.

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