Full text: Volume (7 (1917))

Die Versetzbarkeit d. Geistl. n. d. ev. Kirchenordn. d. 16. Jh. 301

eentiret, von ihnen verheeret.auch, wo sie tüchtig
befunden, für der gemeine auf einen gewissen tag investiret
werden."*)
10. Schließen wir die Betrachtung des Ostens und
Nordens mit dem Gebiet der unteren Elbe. Hier be-
schäftigt sich die Kirchenordnung* 2) des Herzogs Franz
von 1585 so eingehend mit der Frage der Stellenbesetzung,
daß man dies Kapitel einen kurzen Abriß des Patronats-
rechts auf der Grundlage des kanonischen Rechts nennen
kann. Darin heißt es u. a.: „Derwegen dann auch ohne
ordentlichen beruf sich niemand selbst eindringen oder
durch andere in kirchen emptern sol einpracticiren
lassen.“3) Auch „sol niemand für sich selbst aus eigenen
bewegnussen oder fürnehmen einiges Widerwillens, hasses
oder feindschaften.keinen prediger seines amptes
enturlauben, entsetzen oder vertreiben 4) Also und gleicher
gestalt sol auch keinem prediger freistehen, seines gefallens
aus leichtferdigkeit ohne fürwissen und erkenntnus des
generalsuperintendenten auch besuchung und bericht der
patronen und seiner kirchspiel leute ohn einwendunge und
erweisunge erheblicher bestendiger Ursachen und ohne an-
derswoher der ihn zuvor ergangenen ordentlichen erweis-
lichen beruf, seine pfarre zu vorlassen.“5 6)
!) Sehling III S. 445.
2) „Kirchenordnung Unser von Gottes Gnaden Frantzen,
hertzogen zu Sachsen, Ungern und Westphalen. Wie es / ver-
mittels göttlicher gnaden / in unsern landen mit christlicher
lehr, ausspendung der heiligen hochwirdigen sacramenten,
vocation, Ordination und Vorhaltung der kirchen und schu-
len diener, auch Visitation, consistoriis und andern hiezu
gehörigen Sachen vermöge heiliger göttlicher schritt hinfüro
gehalten soll werden“, Sehling V S. 397ff.
») Ebenda 8. 400k.
4) Ebenda S. 410. Es wird vielmehr Untersuchung durch den
Generalsuperintendenten vorgeschrieben und im Falle der Unschuld des
Geistlichen Schadensersatzpflicht derer, die ihm Schaden zugefügt und
soweit er entstanden ist. Diese Vorschrift, die auch in andern KK.OO.
begegnet, läßt einen ziemlich sicheren Schluß auf die Praxis zu, die denn
auch recht unerfreulich war und in seltenen Fällen nur zum Schadens-
ersatz wirklich führte.
6) A. a. 0.

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