Full text: Volume (7 (1917))

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Ludwig Kaas,

stati subjicere alienae ad suminum pontificem pertinere dignoscitur,
cap 8 de excessibus praelatorum. Eben so wenig *
3° kan sich der Erzbischof von Regensburg auf den § 25 des Haupt -
Schlusses der Reichs - Deputation vom 23. Nov. 1802 beziehen, da dieser
§ in soweit er neue Diözesan- Grenzen, und geistliche Kirchenrechten
betrifft, nur als ein Embryo anzusehen ist, der verglichen mit dem
§ 62 desselben Hauptschlusses noch als eine künftige Geburt muß ab-
gewartet werden ehe man einen andren deutschen Bischof oder sein
Domkapitel an seinem juri quaesito beeinträchtigen kan, sondern
,,Die Erz- und bischöflichen Diözesen verbleiben in ihrem bis-
herigen Zustande bis eine andre Diözesan-Einrichtung auf Reichs-
„gesetzliche Art getroffen seyn wird, wovon dann auch die Einrichtung
„der künftigen Domkapiteln abhängt.“ — Dieses sind die Worte
des § 62.
Der Erzbischof von Regensburg kan also bis hieran aus diesem
Grunde nichts neues in der trierischen Diözese unternehmen; da noch
keine neue Eintheilung der Diözesen in Deutschland eingetreten ist;
mithin ganz falsch ist, was der Herr Erzbischof sagt: deficiente
capitulo, weil
4° die preußische und die nassauische Staats-Kasse noch wohl
fühlt, daß ein Capitulum Trevirense metropolitanum noch existiret,
dem sie als solchem ihre jährliche pensionen auszuzahlen hat, und welches
per organum Decani des Hrn Grafen von Kesselstadt den Hrn geheimen
Rath Beck als domkapitularischen general-Vicarius aufgestellet hat, der
auch in dieser qualitaet bis an seinen Tod d. 3. Merz 1816 von der sämt-
lichen Rechts-Rheinischen Diözese ist anerkant worden. Und das weiters
5° eine kurze Zeit der Stuhl zu Rom behinderet war nichts zur
Sache thuet; weil während dieser Zeit der Domkapitularische general
Vicarius Beck in Limburg die trierische Diözese nach Weg Rechtens
administrirte. Hat der Hr Erzbischof von Regensburg vom Pabste ein
Recht erhalten die trierische befragte Diözese zu verwalten, so trete er
ans Licht, zeige was er von Rom erhalten habe; und was dann Rechtens
ist soll geschehen.
Aber noch seltsamer ist, daß
6° der Eizbischof von Regensburg als Episcopus vicinior juxta
praescripta Ecclesiae sich der trierischen Diözesan Rechten bemäch-
tigen will. Ist denn der Bischof von Maynz, von Aachen, von Euld und
das Dom-Kapitel von Köln auf der rechten Rheinseite nicht näher als
der Erzbischof von Regensburg ? wo sind denn die praescripta Eccle-
siae, die einem fremden Erzbischöfe, in einem andren erzbischöflichen
Sprengel ob viciniam ein Eroberungs-Recht einräumen? Die trierische
Kirche ist auf der Rechten Rheinseite noch immer eine Ecclesia metro-
politana, die wesentlich unter keinem andren metropoliten, sondern nur
unter dem Pabste stehet; der Pabst hat in der Bulle vom 29. August 1801
Cum Sanctissimus Dominus1) die Rechte der Domkapiteln erhalten
x) Gemeint ist die Bulle: Qui Christi Domini vom 29. November 1801.

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