Full text: Volume (7 (1917))

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Ludwig Kaas,

von Trier und Salzburg unterlassen.1) Von der Einholung
eines ausdrücklichen Konsenses zu den Bestimmungen der
Bulle kann daher erst recht keine Rede sein. Selbst nach
dem Tode des Trierer Kurfürsten hat Dalberg es unter-
lassen, die fragliche Bulle bekanntzumachen. Kein Wunder
daher, daß man in Trier und Köln nichts von den angeb-
lichen metropolitanen Befugnissen wissen wollte, für die
selbst noch bei der Vakanz des Jahres 1816/17 jeder beweis-
kräftige Beleg fehlte. Daß Dalberg gegenüber den An-
zweifelungen seiner metropolitanen Gewalt sich nicht dazu
herbeiließ, die Bulle zu veröffentlichen, legt den Gedanken
nahe, daß er sich wohl bewußt war, dadurch in den Augen
der Trierer und Kölner Diözesanen seinen Ansprüchen
den Todesstoß zu versetzen. Die Konsensbedingung und
ihre Nichterfüllung wären dann aller Welt offenbar ge-
worden.
Als Ergebnis der bisherigen Erörterungen kann dem-
nach als gewiß angesehen werden:
1. Nach dem strengen Wortlaut der Bulle „In uni-
versalis Ecclesiae“ erstreckte sich die beabsichtigte Ertei-
lung metropolitaner Rechte nicht auf den rechtsrheinischen
^Trierer Sprengel.
2. Die Bulle hat Regensburg zum Erzbistum erhoben.
Bei dieser rein dekorativen Auszeichnung ist es aber
auch geblieben. Die vom Papste in Aussicht genommene
Übertragung einer eigentlichen Metropolitanjuris-
diktion ist nicht zur Durchführung gekommen,
x) Hohler, Geschichte des Bistums Limburg I S. 66. Vgl. dazu
bei Bastgen, Dalbergs und Napoleons Kirchenpolitik 8. 92 die bald
nach Erlaß der Bulle getane Äußerurg Dalbergs, der Papst habe ihm die
Einholung des Konsenses von Trier, Köln und Salzburg zur Suppression
ihrer Metropolitanrechte aufgetragen, er sei jedoch „nicht ungeneigt,
dem aller Verehrung würdigen Herrn Erzbischof von Trier und auch dem
Herrn Erzbischöfen von Salzburg die Beibehaltung und fernere Aus-
übung ihrer Metropolitanrechte auf ihre Lebenstage anzubiethen“. Ein
Schriftwechsel zwischen Klemens Wenzeslaus und Dalberg aus dem
September des Jahres 1805, also schon geraume Zeit nach Erlaß der
Bulle, enthält in keiner Weise das Anerkenntnis bzw. den Anspruch
einer metropolitanen Überordnung. Siehe die betreffenden Schriftstücke
bei Lieber, In Sacjien der oberrheinischen Kirchenprovinz S. 146f.

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