Full text: Volume (7 (1917))

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Ludwig Kaas,

habe. Jede Geschäftsverbindung mit dem Aschaffenburger
Vikariat war ihm aufs strengste untersagt worden und zwar
mit der Verwarnung: „daß, wenn Sie nicht ohne weiteres
als Clericus Trevirensis Ihr juramentum subjectionis et
obedientiae gegen das General-Vikariat in Ehrenbreitstein
ablegen, Sie als Clericus origine Moguntinus die Trierische
Erzdiözese rechter Rheinseite werden verlassen müssen“.
Nun lenkte Auer ein. Durch die Entscheidung des
Ministeriums, daß die Abtretung der Pfarrei an Regensburg
unkanonisch sei, glaubte er im Gewissen salviert zu sein
und keiner förmlichen Entlassung aus dem (niemals recht-
lich bestandenen) Diözesannexus mit Regensburg zu be-
dürfen. Am 11. Januar sandte er Hommer sein „juramen-
tum subjectionis et obedientiae“1) ein und machte
auch dem Oberpräsidenten2) von dem vollzogenen Wieder-
eintritt in den Trierischen Diözesanverband Mitteilung.
Noch während die geschilderten Verhandlungen schweb-
ten, hatte Hommer, dessen friedlicher Sinnesart die An-
wendung der von der Regierung angedrohten drastischen
Zwangsmittel widerstrebte, in anderer Weise eine Lösung
des Konflikts angebahnt.3) Die Rechtfertigungsversuche
des zwar etwas starrköpfigen, aber redlich denkenden Pfar-
rers von Wetzlar und der von diesem immer und immer
wiederholte Hinweis auf die Notwendigkeit einer förmlichen
Entlassung aus dem Regensburger Diözesanverband hatten
Hommer davon überzeugt, daß es besser sei, den Hebel an
anderer Stelle anzusetzen. Er wandte sich direkt an den
Erzbischof von Dalberg, stellte ihm vor, welchen Unan-
nehmlichkeiten der Pfarrer Auer sich aussetze, wenn er die
Jurisdiktion des Ehrenbreitsteiner Vikars nicht anerkennen
wolle, und ersuchte ihn, Wetzlar aus dem bisherigen Diö-
zesanverhältnis zu entlassen. Dalberg, der wohl selbst fühlen

*) Staatsarchiv Koblenz Abt. 551 Nr. 99 Bl. 26 (Abschrift).
Siehe Anhang Nr. 42.
z) Auer an Ingersleben, 11. Januar 1817, Staatsarchiv Koblenz
Abt. 551 Nr. 99 BL 22/24. - Anhang Nr. 43.
3) Vgl. seine eigene Darstellung der Vorgänge in dem Schreiben
an das Konsistorium, 15. Januar 1817, Staatsarchiv Koblenz Abt. 551
Nr. 99 BL 25.

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