Full text: Volume (7 (1917))

Die Landkapitel im Bistum Würzburg.

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Luthers Lehre zur Durchführung brachte. Sämtliche Pfar-
reien des Koburger Landes wurden in vier Distrikte (Ko-
burg, Königsberg i. Pr., Heldburg, Rodach) geteilt und
jeder der Aufsicht eines Superintendenten unterstellt.1)
Seitdem war Koburg dem Einfluß des Bischofs von Würz-
burg entzogen und damit das frühere Landkapitel Koburg
beseitigt.
Im Dekanat Mellrichstadt waren die weltlichen Herren
der Fürstbischof von Würzburg und der Graf von Henne-
berg.2) Einzelne Orte dieses Kapitels wandten sich der
Reformation schon bald zu, so Schmalkalden bereits 1525.
Wilhelm VI. von Henneberg (1486—1559) führte im Verein
mit seinem Sohn und Mitregenten Georg Ernst (1559 bis
1583) in den zahlreichen Dörfern seiner Grafschaft den Pro-
testantismus ein3), so daß das Landkapitel Mellrichstadt
einen sehr großen Teil seines Gebietes verlor, im übrigen
aber Weiterbestand.
Dagegen löste sich das Dekanat Geisa auf, da die in
demselben gelegenen zahlreichen Pfarreien der Abtei Fulda
der Lehre Luthers zugetan waren.4)
An das Archidiakonat Koburg, Geisa, Mellrichstadt
schloß sich nach Süden das Archidiakonat Münnerstadt,
Ebern an. Viele Geistliche des Landkapitels Münnerstadt
nahmen die Reformation an5) und weigerten sich, hinfort
der jährlichen Dekanatsversammlung beizuwohnen. Der
Generalvikar Bischof Konrads von Thüngen, Johann von
x) Johann Adolph von Schultes, Sachsen-Coburg-Saalfeldische
Landesgeschichte, 1. Abteilung. Coburg 1818, S. 23ff., 29ff., 195ff.;
Hermann Gebhardt, Thüringische Kirchengeschichte. II. Bd., Gotha
1881, S. 87, 89, 128.
2) A. U. L 2, 1832, S. 76 Anmerkung. Bundschuh, Lexikon von
Franken, Ulm 1799—1804; Michael Wieland, Episcopatus Herbipo-
lensis, Würzburg 1889, S. 8ff.
8) Geisthirt, Historia Schmalkaldica, Heft 2, Schmalkalden und
Leipzig 1883, 8. 4; Meyer, Geschichte Frankens 8. 82; Schornbaum
a. a. 0. 8. 118ff.
4) A. U. I, 2, 1832, 8. 76 Anmerkung. Bundschuh, Lexikon von
Franken; Franz Anton Jäger, Briefe über die hohe Rhön Frankens,
I. Bd., Arnstadt und Rudolstadt 1803, 8. 193ff.; Himmelstein, Syno-
dicon Herbipolense, Würzburg 1855, 8. 325.
®) Reinin ger, Münnerstadt und seine nächste Umgebung 8.168.

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