Full text: Volume (1 (1911))

54 Albert Werminghoff.

Erzdiözese Mainz.1)

Jahrhundert: IX. X. XI. XII. XIII. XIV. XV. Summe
Freiherren(Freie) 3 3 5 7 6 8 5 37
Vermutlich Freie 3 2 2 1 —' 7
Ministerialen 1 1 1 3
Bürgerliche -- 1 1 i 2
Unbekannt 1 2 -- 1 3
| 7 | 7 7 7 8 10 6 52

Man hat von der Statistik gesagt, daß ihre Ergebnisse
durch das Auge vermittelt würden; gewiß, es kommt aber
darauf an, daß der Verstand zu deuten weiß was ihm das
Auge mitteilen kann. Überschaut man alle drei Tafeln, so
fällt in ihnen allen zunächst der große Bruchteil von frei-
adligen Bischöfen bzw. Erzbischöfen auf, sodann der Anteil
der freiadligen, vermutlich freiadligen und ministerialisehen
Bischöfe an allen Zahlengruppen. Hier an bloßen Zufall zu
denken ist schlechthin unstatthaft. Gleichzeitig jedoch beachte
man die Besetzung der Bischofssitze in den einzelnen Jahr-
hunderten mit Angehörigen der verschiedenen Stände, in
allen jenen 20 Diözesen finden sich erst im 11. Jahrhundert
Ministerialen, also Männer des niederen Adels, deren Zahl
dann im 13. stark sich vermehrt; nur im 13. bis 15. Jahr-
hundert begegnen bürgerliche Bischöfe, die meisten im 14.
Jahrhundert; sie fehlen im freiadligen Köln vollständig, im
gemischtadligen Mainz waren es ihrer nur zwei, Eindringlinge,
die beide der päpstlichen Provision ihre Würde verdankten.
Leider haben W. Pelster und J. Simon die Arten der Be-
setzungen der bischöflichen Stühle nicht für die einzelnen
Jahrhunderte statistisch sichtbar gemacht — ihre Ausführungen
kommen überhaupt nicht sehr dem Leser entgegen2) —,
*) J. Simon, Stand und Herkunft der Bischöfe der Mainzer Kirchen-
provinz S. 99; die Schlußtabelle über alle Bischöfe überhaupt 8. 102.
— 2) Ich verkenne den Fleiß beider Gelehrten in keiner Weise, glaube
aber bemerken zu sollen, daß es nicht angeht, die Bischöfe jeder Diö-
zese hintereinander, ohne Heraushebung der Namen durch Druck oder
Druckabsätze aufzuzählen. Es fehlt jedes Register der Vornamen und
jeder Versuch, die Besetzungsarten der Bistümer statistisch zu er-

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