Full text: Volume (8 (1918))

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Karl Müller,

Joachim Stephani findet die Ausstattung der Kirche
in drei Stücken, dem Wort Gottes, den gottesdienstlichen
Handlungen (ritus solemnes vel ceremoniae) und der geist-
lichen Jurisdiktion, die sich in erster Linie über die Kle-
riker in allen, über die Laien nur in ihren kirchlichen
Beziehungen, endlich aber auch über alle geistlichen
Sachen erstreckt.1) Nur' sie kommt für ihn in Betracht,
und er behandelt sie als Professor des kanonischen Rechts2)
nach dessen Normen. Sie ist als iurisdictio ebenso wie die
weltliche Gewalt, das imperium, ihrem Wesen nach ein Be-
standteil des dominium oder der dominatio.3) Aber sie hat
ihre Vorgeschichte. Auch bei den antiken Völkern hat es, wie
die Schrift über die Jurisdiktion der Juden usw. dartut und
auch in den Institutionen immer wieder hervortritt, neben
der weltlichen Gewalt eine priesterliche, das Sacerdotium
gegeben, und der nächste Vorläufer der kirchlichen Juris-
diktion war das Amt der römischen Pontifices Maximi.
Aber ihre Gewalt war noch keine Jurisdiktion im eigent-
nur ein Abdruck der von 1604 zu sein. — Nach Schulte ist De iuris-
dictione usw. in erster Auflage 1582 erschienen. Die zweite ist von
1604 (Frankfurt). Ich habe sie nach dem hiesigen Exemplar benutzt, von
den Institutiones die erste Auflage in einem Exemplar der Greifswalder
Universitätsbibliothek, die zweite in dem der Königl. Bibliothek zu Berlin.
Den Institutiones sind beigegeben eine Tractatiuncula de synodis sive
conciliis und die Canones von Nicäa 325, Konstantinopel 381, Ephesus
431 und Chalcedon 451 in lateinischer Übersetzung, teilweise sehr
verkürzt. Der Universitätsbibliothek Greifswald verdanke ich ein Ver-
zeichnis aller Schriften der beiden Brüder, soweit sie bei ihr vorhanden
sind, mit Angabe der Erscheinungsjahre und Druckorte.
x) Vorrede zu den Institutiones S. [11] und die darauffolgenden
Ausführungen.
2) Er hat in Greifswald die Dekretalen durch die Beschlüsse der
Konzilien erklärt. Die Institutiones sind ein Auszug aus dieser Vor-
lesung. Ebenda S. [11] u.
3) De iurisdict. lud. 4, 2 8. 623 § 15: imperium et iurisdictio notae
sunt dominii et cohaerent territorio. — Imperium und iurisdictio sind
ursprünglich dasselbe. Ebendas. 1,1 § 24 8. 7. — Augustus nimmt die
geistliche Gewalt des Pontifex Maximus an sich, ut imperii partem
maximam hoc ipso habere arbitratus est. Institutiones, Vorrede S. [6]
u. d. M. — Zu dominatio vgl. ebendas, c. 7 § 5 S. 37: Cum autem . . .
dominii potestatem et authoritatem episcopus adeptus est, ius admini-
strationis in dominium commutatum est.

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