Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (8 (1918))

32 Wilhelm Levison,
rectius que divisit Urbanus papa II. de ordine canonico
scribens regularibus clericis in hunc modum/ Hat man
auch bisher die Zugehörigkeit des nun folgenden Stückes
zu dem Privileg für Rottenbuch nicht erkannt und darin
ein selbständiges Schreiben Urbans gesehen (J affe Nr. 5761),
so finden sich doch alle Sätze in jener Urkunde von 1092
wieder, der Anfang ('Oportet nos, qui — videant equita-
tem5) in der Arenga des auf das Privileg von 1090 zurück-
gehenden 'feils, der Rest ('Omnipotenti ergo Domino —
perseverantia custodire5) in den hier in Betracht kommen-
den Zusätzen von 1092, und eine ganze Reihe von Lesarten
bestätigt die Abhängigkeit Gerhohs von dem zweiten Pri-
vileg für Rottenbuch.1) Zur Erklärung genügt es, daran
zu erinnern, daß der spätere Propst von Reichersberg eben
in jener Gründung Herzog Welfs in den zwanziger Jahren
zweimal eine Zuflucht gefunden hatte.2) Sein Text hat
also neben dem Privileg von 1092 keine selbständige Be-
deutung.
2. Urban II. für den Abt Arbert des Chorherrenstiftes
St. Rufus bei Avignon 1088/99 (Jaffe I2 Nr. 5763)?) Ein
Bruchstück daraus ('Statuimus, ne professionis — cautione
suscipiat5) ist durch Vermittelung Ivos von Chartres4) in
Gratians Decretum aufgenommen worden (C. XIX qu. 3c.3).

x) Den Zusammenhang des von Gerhoh gebotenen Textes (G) mit
dem bisher nicht ganz fehlerfrei gedruckten Privileg für Rottenbuch (R)
zeigen folgende Worte, bei denen ich die entsprechenden Lesarten der
übrigen vergleichbaren Urkunden voranstelle: doctrinae] "disciplinae’
GR; inolita] "exorta’ GR; bonis terrenis] "terrenis bonis’ GR; informavit]
"hanc Gregorius Augustino Anglorum archiepiscopo instituendam prae-
cepit’ fügen GR hinzu.
2) Vgl. Sackur, MG. Libelli III131 f.
3) Veröffentlicht von Ulysse Chevalier, Codex diplomaticus or-
dinis Sancti Rufi Valentiae (Collection de cartulaires dauphinois IX),
1. Lieferung, Valence 1891, S. 8—9 Nr. 5. Ich weiß nicht, weshalb Che-
valier die, soweit ich sehe, nur durch die Zeit Urbans II. (1088—99)
datierbare Urkunde in die Jahre 1092—99 gesetzt hat; doch ist der
Ansatz wohl richtig, wie man vielleicht aus einer Abweichung gegenüber
dem Privileg für Rottenbuch schließen darf, vgl. unten 8. 37f.
4) Decretum VI411 (Migne 161, 533). P. Ewald, Neues Archiv
V 372 Anm. 6 hat irrtümlich die Quelle in dem anderen Privileg Urbans
für St. Rufus von 1095 (Jaff612 Nr. 5579; s. oben S. 31 Anm. 2) gesehen.

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