Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (8 (1918))

10.22. Bastgen, H., Dalbergs und Napoleons Kirchenpolitik in Deutschland

Literatur.

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schaftliehen Regeln des 8.-6. „im wesentlichen“ mit denen der 8. J.
sich decken dürften (S. 89), daß die Konstitutionen vorn 8.-0. „wohl
auf den Jesuitenkonstitutionen ruhen“, wenn sie auch nicht mit diesen
identisch sind, vielmehr „ein originelles, eigenartiges Gesetzeswerk auf
dem Grunde des Institutum 8. J.“ sind (S. 122f.).
Aber auch wer auf Grund dessen der Anschauung Hillengaß' nicht
beipflichtet, wird gleichwohl dem Verfasser wegen der eingehenden und
sorgfältigen Behandlung des Gegenstandes und insbesondere in Hinsicht
auf das von ihm aus teilweise noch unbekannten und schwer zugäng-
lichen Quellen beigebrachte neue Material zur Geschichte des 8.-0.
warme Anerkennung und aufrichtigen Dank zollen. Die fleißige Schrift
ist geeignet, auch in den Kreisen der Wissenschaft das Andenken eines
Mannes wach zu erhalten, „dessen größte Freude“ — wie Professor
Fleiner schreibt — „die Beschäftigung mit kirchenrechtlichen Problemen
und dessen Lebenselement die nachhaltige Arbeit und die treue Pflicht-
erfüllung gewesen ist“.
Bamberg. Max Heimbucher.

Hubert Bastgen, Dalbergs und Napoleons Kirehenpolitik
in Deutschland (a. u. d. T.: Görres- Gesellschaft zur Pflege
der Wissenschaft im katholischen Deutschland. Veröffent-
lichungen der Sektion für Rechts- und Sozialwissenschaft,
Heft 30). Paderborn, Ferd. Schöningh 1917. X, 370 S.
Bei der Wahl des Titels hat der Verfasser nicht gerade eine glück-
liche Hand bewiesen. Denn die Formulierung „Dalbergs und Napoleons
Kirchenpolitik in Deutschland“ verspricht erheblich mehr, als der In-
halt des Buches dann tatsächlich gewährt. Was Bastgen liefert, ist
keineswegs eine Untersuchung der Kirchenpolitik Dalbergs ihrem ge-
samten Umfange nach, geschweige denn eine erschöpfende Behandlung
der Eingriffe Napoleons in die deutsche Kirchenverfassung und der
Absichten, die er dabei verfolgte. Die genauere Darstellung setzt viel-
mehr erst mit den Folgen des Reichsdeputationshauptschlusses ein, und
auch dann bilden den Hauptgegenstand der Arbeit, wenn auch gelegent-
lich Ansätze zu umfassenderer Betrachtung vorhanden sind und nament-
lich das Schlußkapitel näher auf die vorher nur nebenbei gestreiften
Pläne, ein deutsches Konkordat zustande zu bringen, eingeht, im wesent-
lichen doch zwei eng umgrenzte und in sich abgeschlossene Einzelgescheh-
nisse. Obwohl also die allgemein gehaltene Fassung des Titels nicht
berechtigt erscheint, so bleibt der Inhalt des Buches doch bedeutungs-
voll genug.
Die erste der beiden behandelten Fragen betrifft die Zusammen-
setzung des Reichsmetropolitankapitels, dessen Neubildung durch die
Abtrennung des linken Rheinufers vom Reichsgebiet und die hierdurch
verursachte Übertragung des Mainzer Erzstuhles auf die Domkirche

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