Full text: Volume (8 (1918))

Miszellen.

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sätzlichen Bedenken gegen diese Art von Einleitungen Raum verstattet.
Wenn die nächsten Bände des Repertorium Germanicum die Zeiten
Urbans VL und Bonifaz5 IX. (1378—1389 bzw. 1404) umfassen werden,
jeder von ihnen eine Einleitung gleich der für den Pontifikat Clemens5 VII.
bringen wird, sollen dann diese Einleitungen insgesamt die Wirkungen
des Schismas auf Deutschland wiederspiegeln, sollen sie anderen als den
Herausgebern nur die Aufgaben der Nachlese, der personen- und lokal-
geschichtlichen Verwertung übriglassen ? Derartige Einführungen min-
dern die Spannung auf den Ertrag der Quellenveröffentlichung, führen
dazu, die Quellen um der Einleitungen willen zu vernachlässigen oder
doch in den Hintergrund zu drängen, ein Ergebnis, das die Herausgeber
selbst doch wahrlich nicht ihren Arbeiten wünschen können.1) Göller
nennt den dritten Abschnitt seiner Einleitung einen ,,Wegweiser zu dem
Quellenmaterial * *, — die vis inertiae auch bei gelehrter Arbeit ist leider
so verbreitet, daß oft ein Wegweiser nur an die Mühsal der selbsttätigen
Wegebegehung erinnert und damit den Vorwand gibt, auch ihre Freuden,
d. h. die selbständig gewonnenen Ergebnisse, zu verschmähen.2)
Erst jetzt kann der Blick sich auf den Hauptteil des Bandes lenken.
Rein äußerlich zerfällt, er in zwei alphabetische Verzeichnisse, den Status
personarum (8. lff.) und den Status ecclesiarum et locorum (S. 188ff.).
Der Status personarum nennt diejenigen Personen im deutschen
Reiche — wir wählen diesen Ausdruck nur der Kürze halber, während
Göller ihn näher umgrenzt und mit Recht vor allem durch die Angabe
der berücksichtigten Diözesen umschreibt —, die im vatikanischen
Material aus der Zeit Clemens5 VII. als zu diesem irgendwie in Beziehung
tretend sich ermitteln ließen, einerlei von welcher Art diese Beziehungen
waren, ob sie durch unmittelbare Gesuche an den Papst geschaffen
waren oder durch Gesuche dritter Personen, ob sie zu Vergünstigungen,
Ernennungen, Beförderungen, Versetzungen von seiten des Papstes führ-
ten. Jedem Personennamen beigefügt ist eine knappe Angabe darüber,
wie seine Beziehung zur Kurie sich gestaltete, ob sie sich mehr oder
weniger oft wiederholte; dazu treten Hinweise auf die Quellenstelle, die das
Regest ermöglicht, wenn nicht bei häufigeren Bitten und Gewährungen
Regesten und Belege sich mehren. Um es an einem willkürlich gewählten
1) Unsere Untersuchungen über die deutschen Reichskriegssteuergesetze
von 1422 bis 1427 und die deutsche Kirche (vgl. diese Zeitschrift V, 1915,
8. lff. und ihre um Anhänge vermehrte Sonderausgabe, Weimar 1916) wären
früher erschienen, hätten nicht die Einleitungen zu den entsprechenden
Bänden der deutschen Reichstagsakten befürchten lassen, daß sie den Gegen-
stand erschöpften. Erst tieferes Eindringen in die Akten selbst lehrte ihren
Reichtum erkennen und zugleich beobachten, daß jene Einleitungen nur
erste Fingerzeige geben wollen.
2) Man vermißt ungern zu diesem Teile der Einleitung ein Orts- und
Personenverzeichnis, das um so nötiger wäre, weil nach 8. 178* auch Auf-
zeichnungen aus dem Anfang des Pontifikats Benedikts XIII. (1394 gewählt,
1409 und 1417 abgesetzt, f 1424) benutzt worden sind. Weder der Status
personarum noch der Status ecclesiarum verweist auf die Seitenzahlen der Ein-
leitung, diese aber konnte auf die beiden Verzeichnisse aufmerksam machen
(vgl. 8. 100* mit Anm. 2).

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