Full text: Volume (8 (1918))

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Miszellen.

Papste unterbreiteten. Uns bestimmt zu diesem Verlangen die Beobach-
tung, daß die zahlreichen Namen in der Beschreibung der Suppliken-
register (S. 41 ff.) und überhaupt in der Einleitung nicht durch ein be-
sonderes Register zusammengehalten werden, daß gerade ihre Überzahl
nur zu leicht den Namen des einen oder anderen Bittstellers und Suppli-
kenvermittlers — man entschuldige dies wenig schöne Wort! -- über-
sehen läßt. Zugegeben selbst, daß unsere Bemerkung ein subjektives
Gepräge aufweist, weil wir uns mit dem Plane trugen, die Suppliken-
rotuli der deutschen Universitäten einer eingehenden Untersuchung nach
Ursprung, Form, Inhalt und Wirkung zu unterwerfen, weil wir diesen
Plan dann aufgaben, da die Masse der Namen in den eben erwähnten
Abschnitten der Einleitung verwirrte, -- jedenfalls würde das von uns
gewünschte Verzeichnis auch noch andere Arbeiten als die einstmals
von uns beabsichtigte fördern. Leichter als es jetzt möglich ist ließe
sich der Kreis der Personen erkennen, die für ihre Wünsche nach päpst-
lichen Gnadenerweisungen sich der Unterstützung von weltlichen oder
geistlichen Fürsten, von Kardinälen usw. bedienten. Gewiß, man liest
jetzt z. B. 8. 105 im Status personarum unter Leopoldus dux Austrie
die Namen der Geistlichen, für die der Habsburger tätig war (s. auch
S. 103*), eben weil aber dieser Status personarum sich wieder aus zahl-
losen Namen, Abkürzungen und Ziffern zusammensetzt, ermüdet man
leicht bei dem Versuche, dem Hinweis auf den einzelnen Namen nach-
zugehen und unter diesem zu erfahren, welche Gunst ihm durch Ver-
mittlung des Herzogs zuteil wurde.
Den Erörterungen Göllers über die Methode der Quellenbearbeitung
als dem vierten und letzten Abschnitt der Einleitung gehen drei andere
vorauf, die ebenso das Verständnis des im Hauptteil des Bandes zu-
sammengefaßten Materials fördern sollen. Der erste (S. 3*ff.) bietet eine
sorgfältige Übersicht über die handschriftlichen Grundlagen des Werkes,
die wiederum von den Supplikenregistern, von den Bullenregistern Cle-
mens5 VII. und den Registern der apostolischen Kammer gebildet werden.
Die einzelnen Gruppen setzen sich aus verschiedenen Unterabteilungen
“zusammen, wie denn z. B. die Register der apostolischen Kammer in
die Register der Briefe und Instrumente der Kammer, in die Obligationen-
register, in die Solutionsregister, in die Divisionsregister, in die Introitus
et Exitus zerfallen, zu deren Aufzählung noch Bemerkungen zu dem übri-
gen Material hinzugefügt sind. Die Aufzählung und Weitung aller Grup-
pen ist bestrebt, dem Fernerstehenden eine klare Vorstellung von ihnen
zu bieten, und Göllers Vertrautheit mit den stattlichen Bändereihen
Ist imstande, hier wirklich sein Ziel zu erreichen. Gerade in diesem Ab-
schnitt werden seine Schulung als Diplomatiker, seine Vertrautheit mit
der weitschichtigen Literatur über das vatikanische Archiv, mit seinen
Fonds und ihrer Bedeutung für die Geschichte sei es der Verwaltung
der allgemeinen Kirche, sei es der Tätigkeit jeder Einzelbehörde offen-
sichtlich. Die Beschreibung der einzelnen Registerbände ist zweck-
entsprechend und ausreichend, lehrt den Inhalt jedes benutzten Bandes
kennen, ohne gleichzeitig die Lücken außer acht zu lassen, die gerade

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