Full text: Volume (8 (1918))

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Miszellen.

hat es mit jenem älteren Repertorium Germanicum gemeinsam, dessen
ersten Band R. Arnold im Jahre 1897 veröffentlichte, aber auch nur
ihn allein. Das ältere Repertorium sollte in chronologischer Anordnung
Regesten aus den vatikanischen Archiven zur Geschichte des deutschen
Reiches und seiner Territorien im 14. und 15. Jahrhundert verzeichnen,
näher gesagt aus den Jahren 1378 bis 1447, aus einer Periode also, deren
Ausmaß gegenüber früheren Plänen in immer engere Grenzen ein-
geschnürt worden war. In Wirklichkeit umfaßte der Band Arnolds
nur das erste Pontifikatsjahr Eugens IV. (f 1447), d. h. das Jahr vom
11. März 1431 bis zum 9. März 1432. So wertvoll sein Inhalt war, soviel
Mühe der Herausgeber und seine Mitarbeiter J. Haller, J. Kaufmann
und J. Lulvös sich gegeben hatten —, das Unternehmen als solches
mußte abgebrochen werden, weil seiner Weiterführung unüberwindliche
Schwierigkeiten sich entgegensetzten.1) Sollte in einer endlosen Reihe
ähnlicher Bände das vatikanische Material zusammengetragen und ver-
öffentlicht werden? Würden die Anstrengungen des Sammelns und
Sichtens, die Kosten der Drucklegung auch wirklich durch den wissen-
schaftlichen Ertrag, durch die Benutzung von seiten vieler ^Forscher
gelohnt werden? Das Verdienst, einen wirklich gangbaren Weg vor-
geschlagen zu haben, einen solchen, der das Ziel scharf ins Auge faßte
und die Schwierigkeiten des Materials wie seiner Bewältigung in Rech-
nung stellte, gebührt einem Gutachten von J. Haller aus dem Jahre
1903. Es forderte den Verzicht auf Regesten, dafür Beschränkung auf
die Herstellung eines Repertoriums im eigentlichsten Wortsinne: es
sollte in der Form eines Orts- und Personenregisters gehalten sein, immer
nur je einen Pontifikat umfassen, und zwar die der Jahre 1316 bis 1527
oder wenigstens 1378 bis 1527, schließlich richtigere geographische Ab-
grenzungen beobachten, nicht die der weltlichen Territorien, sondern
die der Kirchenprovinzen und Diözesen, ohne bei Provinzen und Diö-
zesen an den Reichsgrenzen allzu ängstlich nur ihre deutschen Anteile
zu berücksichtigen. In allem Wesentlichen sind diese Fingerzeige be-
folgt worden —auf ihnen beruht der Gesamtaufbau von Göllers Werk.
Zahlreiche Einzelstudien hatten den Bearbeiter des neuen Repertorium
Germanicum als einen der besten Kenner des päpstlichen Kanzleiwesens
im späteren Mittelalter erwiesen; seine Geschichte der päpstlichen Poeni-
tentiarie (1907ff.) legte Zeugnis ab von seiner Beherrschung auch des
kurialen Ämterwesens und dessen Überlieferung. Die schwierige Auf-
gabe, gewaltige Materialien auf denkbar knappem Raume zu verzeich-
nen, der Benutzung zu erschließen und zugleich für spätere Fortsetzungen
das maßgebende Muster aufzustellen, konnte in keine besseren Hände
gelegt werden.
Deutlich und dankbar erinnern wir uns noch der peinlichen Sorg-
falt und der alle Möglichkeiten erwägenden Umsicht, mit der vor Jahren
K. Zeumer den Druck der Leges Visigothorum in den Monumenta Ger-
1) Die für die ursprünglich geplante Fortführung gesammelten Mate-
rialien wurden dem Geheimen Staatsarchiv in Berlin überwiesen, wo sie
der Benutzung zugänglich sind.

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