Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (8 (1918))

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Anton Weiterer,

und wahrte seine Gerechtsame. So wurde Schrottenberg
schon am 13. Mai 1793 investiert, in das Kapitel aber erst
am 8. Mai 1802 aufgenommen, weil er hierzu die Subdia-
konatsweihe empfangen haben mußte, was vor dem 21. Le-
bensjahre nicht geschehen konnte.
Seine Pension wurde bei der Säkularisation auf 1800 Gulden fest-
gesetzt. 1807 nahm er die Hof Charge eines Kammer junkers an, zwei
Jahre später wurde er Kammersekretär und Assessor bei der General-
forstkommission in Karlsruhe und 1810 Forstmeister in Gernsbach. Als
solcher bat er das Bischöfliche Vikariat in Bruchsal um Dispens vom
Subdiakonat, um heiraten zu können, „da die Ehelosigkeit mit dem
Zivildienst sich nicht vertrage“. Das Vikariat gab dem Ansuchen am
2. Mai 1810 statt mit der Begründung, weil der Zugang zum Papst ge-
hindert sei und Schrottenberg sonsteine „Staatsehe“ eingegangen hätte.1)
Er verehelichte sich am 2. Oktober 1811 mit Henriette Karoline von Auf-
seß, starb aber schon am 26. Juni 1813 mit Hinterlassung einer Tochter
und liegt in Gernsbach begraben.2)
9. Kanonikus Ferdinand Frhr. Schütz von Holz-
hausen, der Bruder des Emerich, geboren am 24. Oktober
1773 in Camberg, erhielt im Jahre 1798 durch Fürstbischof
Wilderich die durch den Tod des Karl von Mirbach erledigte
Stiftspräbende. Die strikte Residenz konnte er erst am
8. Mai 1802 beginnen, wurde aber schon am 12. August
desselben Jahres mit Zustimmung der Kapitulare in das
Kapitel aufgenommen, ,,da die vorkommenden Geschäfte
äußerst bedenklich und ihnen der einzig anwesende Kapi-
tular (Prädikator) nicht gewachsen ist“.
Nach dem Tode des Domkapitulars Karl Graf von
Dettingen erhielt Schütz das Recht auf eine Präbende am
Dom zu Speier (6. November 1787), in deren Genuß er erst
nach der Säkularisation am 23. Juli 1806 nach dem Tode
des Domkapitulars Ignaz von Beroldingen gelangte.
Seine badische Pension betrug von da an 1800 + 1550 — 3350 Gul-
den, wovon ein Fünftel an die Sustentationskasse floß. Zu Beginn des
Jahres 1816 verwendete sich die Herzoglich Nassauische Regierung für
Schütz, daß er seine Pension im dortigen Lande ohne Abzug verzehren
dürfe, und erbot sich zum Reziprokum in ähnlichen Fällen. Das Mini-

*) Vikariatsprot. vom 2. Mai 1810.
2) Nach der freundlichen Mitteilung des Stadtpfarrers Steinbach
in Gernsbach.

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