Full text: Volume (8 (1918))

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Anton Weiterer,

im Hinblick auf den RDH Anspruch auf Pension zu haben,
ohne Kapitular zu sein. Die 300 Gulden wolle er bezahlen,
dagegen vom Biennium dispensiert sein, da er schon seit
Jahren anderwärts präbendiert, der Grund des Gesetzes
also nicht mehr auf ihn anwendbar sei. Sein Gesuch wurde
von seiner Schwägerin, der verwitweten Fürstin Wilhel-
mine von Dettingen-Wallerstein, geborenen Herzogin von
Württemberg, mit der Begründung unterstützt, daß seine
Lage infolge der Veränderung der Dinge sehr unangenehm
sei. Sie erhielt sofort die Versicherung, daß „ihrem ge-
schätzten Vorwort in allem Tunbaren“ entsprochen wer-
den solle.
Wessenberg hatte die Auskunft nur privatim gegeben,
der Domizellar sprach aber in seinem Bericht von „Forde-
rungen des Kapitels“. In Karlsruhe erweckte „die ganz
unerwartete Anzeige“ Mißtrauen und Unwillen. Der Dekan
wurde aufgefordert, binnen 14 Tagen die bestimmte Er-
klärung der Stiftsglieder vorzulegen, von wem und in wessen
Namen an den Grafen Dettingen das genannte Ansinnen
gestellt wurde, und wie es gerechtfertigt werden könne;
ferner den Kapitelsbeschluß im Original und im Konzept
einzuschicken und bis auf weiteres Von ähnlichen Schritten
bei Vermeidung scharfen Einschreitens sich zu enthalten.
Wessenberg berichtete und unterließ nicht, die Sache auch
mündlich aufzuklären. Das Referat an den Geheimen Rat
erstattete Herzog (16. Dezember 1803). Er bemerkte, nach
dem Sustentationsvertrag haben die alten Kapitulare ein
Recht, zu verlangen, daß der neue Kapitular nicht zu ihrem
Nachteil früher in den Genuß der Pension eintrete, als er
nach der alten Ordnung berechtigt war, also erst nach
zwei Jahren. Demgemäß erhielt Dettingen von Karlsruhe
den Bescheid (21. Dezember 1803): Der Kurfürst erlasse
ihm die 300 Gulden, zum Genuß der Pension könne er
aber erst am 23. April 1806 gelangen, wofür der Graf dankte.
Wessenberg wurde beruhigt, der Kurfürst habe seinen Be-
richt für befriedigend und ihn und die Kapitulare im Rechte
befunden.
Damit bestand nun nach dem Sustentationsvertrag die
Gefahr, daß die Pension der Stiftsherren von dem genannten

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